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DDS September 2020Prekäre Lage an Hochschulen

Auch an den Hochschulen sind die Auswirkungen von Corona drastisch. Die aktuelle DDS 9 beschäftigt sich mit den Baustellen an den Hochschulen und in der Forschung.

06.10.2020 - Dorothea Weniger

Das Hin und Her beim Staatsexamen am Ende des Sommersemesters war nicht nur nervenaufreibend. Die letzten Prüfungen fanden so spät statt, dass bei manchen die Zuteilung durch die Regierungsbezirke und Landkreise zur entsprechenden Schule vor den letzten Prüfungsergebnissen ankam. Ob alle Lehramtsanwärter*innen das Referendariat antreten konnten, stand bei Redaktionsschluss noch in den Sternen.

An den Studienorten wissen viele Studierenden nicht, wie sie ihren Lebensunterhalt verdienen sollen. Viele Jobs, nicht nur im Gastgewerbe, sind im Zuge von Corona weggebrochen, doch die Ausgaben bleiben unverändert hoch. Da hilft auch das Wissenschafts- und das Studierendenunterstützungsgesetz, das verabschiedet wurde, um die Not durch die Covig-19-Pandemie zu lindern, nicht in dem Ausmaß, wie es nötig wäre, weiter.

Die Lehre fand im Sommersemester in der Regel in der Form von Online-Veranstaltungen statt – mit allen Widrigkeiten. So riss zu manchen Studierenden der Kontaktfaden komplett ab. Die Lehrenden klagen gleichzeitig nicht nur über einen enorm hohen Zeitaufwand in der Vorbereitung, auch ihre eigene Zukunft im Wissenschaftsbetrieb ist noch unsicherer geworden und nur schwer zu kalkulieren.

Ob wenigstens einige Missstände in den nächsten Monaten aus dem Weg geschafft werden können, wird u.a. das kommende Wintersemester zeigen. Bewegen müssen sich aber vor allem die Bildungspolitiker*innen auf Landes- und Bundesebene.