GEW Bayern
Sie sind hier:

Bildungsgewerkschaft GEW zum Schulbeginn in Bayern

Die Bildungsgewerkschaft GEW stellt zum Schulbeginn in Bayern Maßnahmenkatalog gegen Lehrkräftemangel vor

05.09.2018

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern stellte heute in München ihren Ausblick auf das kommende Schuljahr vor. An Grund-, Mittel- und Förderschulen und zum Teil auch an Berufsschulen fehlen in diesem Schuljahr erneut in dramatischem Ausmaß Lehrkräfte. Erfolgreiche Absolvent*innen der Lehrämter Realschule und Gymnasium stehen nach ihrer Ausbildung auf der Straße, erhalten befristete Arbeitsverträge oder sollen sich einer sog. Zweitqualifikation unterziehen. Dazu die GEW:  Die Staatsregierung muss eine ehrliche Bestandsaufnahme veröffentlichen, wirksame Maßnahmen ergreifen und die Flickschusterei auf dem Rücken von Schüler*innen, Eltern und Lehrer*innen beenden. Die GEW Bayern sieht ansonsten die Gefahr eines drohenden Bildungsnotstands.

„Die Staatsregierung hat, wie letztes Schuljahr, dem Lehrkräftemangel bei weitem nicht ausreichend entgegengesteuert“, stellt Ruth Brenner, Sprecherin der GEW-Landesfachgruppe Grund- und Mittelschulen fest und ergänzt zur Politik des Kultusministeriums: „Eine gänzlich verfehlte Personalpolitik in den letzten Jahren, die Nichtbeachtung von Pensionierungen und der Geburtenrate, sowie seit Jahren zu wenig Investitionen. All dies führt dazu, dass die Bayrische Bildungspolitik gescheitert ist und nun endlich der Mut aufgebracht werden muss grundlegende, langfristige Maßnahmen in Angriff zu nehmen: A 13 als Eingangsbesoldung für alle Lehrkräfte und die Umstrukturierung der Lehrer*innenbildung.“
Die GEW fordert seit Jahren die notwendige Transparenz vom Bayerischen Kultusministerium und eine ehrliche Bestandsaufnahme. Dies sei die Basis für vorausschauende Politik. „Schönfärberei ist hier völlig kontraproduktiv.“ Auch Bayern setzt längst Seiteneinsteiger ein, um den dramatischen Lehrkräftemangel zu kaschieren: Ein Student für das Lehramt an Grundschulen im ersten Semester bekam z. B. 27 Unterrichtsstunden übertragen. Hier von ausschließlich qualifiziertem Personal zusprechen ist fast schon zynisch.
Hinzu kommt die nicht durchdachte Umsetzung der sog. Deutschlernklassen für Migrant*innen. Gegenüber den bisherigen Übergangsklassen soll das gesamte zweite Lernjahr weggekürzt werden. Die GEW lehnt diesen Schnellschuss ab. Es fehle ein durchdachtes Gesamtkonzept, das sowohl die Sprachbildung und -förderung, die Alphabetisierung, aber auch Maßnahmen zur Inklusion in die Regelklassen beinhalte.

Die gesamte Pressmitteilung lesen Sie hier.

Zurück