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PM Nr. 4 vom 17. Februar 2017: Bildungsgewerkschaft GEW kritisiert Einschränkung der Teilzeitbeschäftigung von Lehrer*innen an Grund-, Förder- und Mittelschulen durch das Kultusministerium

23.02.2017

Das Kultusministerium schränkt mit einer neuen Vorschrift die Möglichkeit von Teilzeitbeschäftigung für die Lehrer*innen an Grund-, Förder- und Mittelschulen deutlich ein. Soge-nannte arbeitsmarktpolitische Beurlaubungen werden ganz abschafft.

Die sogenannte Antragsteilzeit wird auf ein Minimum von 21 Unterrichtsstunden begrenzt. Auf diesem Weg versucht das Ministerium den Lehrer*innenmangel an Grund-, Mittel- und Förderschulen zu kaschieren, der das Ergebnis der jahrelang verfehlten Einstellungspolitik ist. Durch die Reduzierung der Teilzeitmöglichkeiten werden wieder einmal durch bekannt restriktive Maßnahmen Löcher auf Kosten der Beschäftigten gestopft. Dies dient nicht der Steigerung der Attraktivität des Lehrer*innenberufs.

Die neuen Einschränkungen sind so nicht hinnehmbar. Es ist mehr als fraglich, ob diese Maßnahmen dem Lehrer*innenmangel an Grund-, Förder- und Mittelschulen sinnvoll entgegenwirken. Leidtragende sind auf jeden Fall Lehrkräfte, die aus vielfältigen Gründen vorübergehend oder längerfristig mit einem geringeren Stundenmaß arbeiten möchten und dafür auch finanzielle Einbußen in Kauf nehmen.

Dass es Lehrer*innenmangel an Förder- und Mittelschulen und mittlerweile auch an Grundschulen gibt, ist dem Bildungsministerium längst bekannt. Obwohl die GEW Bayern immer wieder darauf hingewiesen hat, wurden keine Bemühungen unternommen, den Beruf attraktiver zu machen. Dies erfordert verschiedene Maßnahmen, wie etwa die Eingruppierung aller Lehrkräfte in die Besoldungsgruppe A 13, die Reduzierung der Pflichtunterrichtsstunden auf ein bewältigbares Maß und das Unterrichten in Teams. Selbstverständlich würden auch die zeitgemäße Ausstattung der Unterrichtsräume sowie die Versorgung mit aktuellen Lehrmaterialien zu größerer Attraktivität beitragen.
Mit der Reduzierung der Teilzeitmöglichkeiten versucht das Kultusministerium stattdessen wieder einmal Löcher zu stopfen und bedient sich dazu routiniert der bekannten restriktiven Maßnahmen.

Die GEW fordert:
Sofortige Rücknahme der Einschränkungen bei der Teilzeitbeschäftigung
Reduzierung der Zahl der Pflichtunterrichtsstunden
Besoldungsstufe A 13 als Einstiegsgehalt für alle Lehrkräfte
Einfachere Anerkennung von Lehramtsabschlüssen aus anderen Bundesländern
Mehr öffentliche Haushaltsmittel für Bildung


Rückfragen gerne an
Frau Christiane Wagner, E-Mail: christiane.wagner@gew-bayern.de
oder an
Bernhard Baudler, Tel. 089 / 54 40 81 - 21



V.i.S.d.P.: Elke Hahn, Geschäftsführerin, Schwanthalerstraße 64, 80336 München

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