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Fachgruppe Sozialpäd. Berufe setzt ihre Schwerpunkte

11.10.2016

Auf ihrer diesjährigen Klausurtagung beschloss die Fachgruppe, welche Themen in nächster Zeit angegangen werden sollen. Als großes Ziel gilt weiterhin, die Arbeitsbedingungen und die Qualität in den Einrichtungen zu verbessern.

Nach intensiven Beratungen und einer Rückschau auf die Aktivitäten des letzten Jahres berieten die aktiven Mitglieder der Fachgruppe, welche Themenfelder und Aufgabengebiete in der nächsten Zeit bearbeitet werden müssen, um weitere Schritte auf das große Ziel zuzugehen. Dabei galt es, Prioritäten zu setzen und realistisch zu planen.

Im Bereich "Inklusion" konnte sich die GEW mit der Kampagne für inklusive Kitas deutlich positionieren und auf einer Anhörung im Landtag nochmals die Forderungen und Argumente darlegen, die gemeinsam mit Elternverbänden entwickelt wurden. Hier wünschen sich die Kolleg*innen eine stärkere Zusammenarbeit mit den schulischen Fachgruppen, um eine echte, umfassende Inklusion in Bayern voranzutreiben, die diesen Namen auch verdient.

Damit in Zusammenhang steht auch der Umgang mit geflüchteten Kindern, Jugendlichen und Familien in Bayern. Hier will die Fachgruppe an ihren erfolgreichen Kongress "Flucht und Pädagogik" anknüpfen und Gespräche zwischen Fachkräften und politisch Verantwortlichen erreichen. Ziel muss es sein, trotz Fachkräftemangel geeignete Lösungen zu finden, die sowohl den Geflüchteten, als auch dem Personal gerecht werden. Dazu müssen auch unkonventionelle Wege (z.B. im Rahmen der "Experimentierklausel" des ByKiBig) angedacht und finanziert werden. Leider ist das bayerische "Integrationsgesetz" dabei eher hinderlich.

Als große Gefahr für die Arbeitsbedingungen der Kolleg*innen sieht die Fachgruppe die drohende Verschlechterung bei der Betreuung von Schulkindern. Während bei Horten (die unter das BayKibig fallen) personelle und qualitative Mindeststandards gelten, gibt es diese bei den CSU-Modellen "offener Ganztag" und "Mittagsbetreuung" nicht. Hier gilt es, die Qualität der Hortbetreuung zu erhalten und zu verbessern, solange es keine echten, gebundenen Ganztagsschulen in Bayern gibt, in denen die Jugendhilfe in multiprofessionellen Teams mit den Lehrkräften zusammenarbeitet.

Leider scheint die Qualität bei den Tageseinrichtungen für Kinder für die Regierung vor allem ein Kostenfaktor zu sein. Nur so kann erklärt werden, warum aus Bayern Widerstand gegen ein Bundesqualitätsgesetz kommt, welches endlich einen Rahmen für die Arbeit in Kitas geben könnte.

Als wichtiger Schritt wurde die Tarifrunde 2015 bewertet, bei der eine weitere Aufwertung der Sozialberufe gelang. Weil aber viele freie Träger, inklusive der Diakonie, noch weit Weg vom TVöD sind, soll die Tariflohn-Kampagne "Tariflohn für alle!" auch in Bayern weiter vorangebracht werden.

"Mit diesen Plänen haben wir zwar viel vor, aber Dank der engagierten und kompetenten ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen werden wir auch in diesem Jahr bei unserem Ziel vorankommen, gute und faire Arbeitsbedingungen für alle zu erreichen!", so die Fachgruppenvorsitzende Hermine Sagmeister zum Abschluss der Klausur.

Aber Fachgruppe heißt nicht nur gemeinsame "Arbeit" -deswegen genoßen die Teilnehmer*innen noch eine intensive Stadtführung durch Regensburg und konnten so den Bewegungsmangel der Sitzungstage wieder ein wenig ausgleichen.

 

 

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