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Längere gemeinsame SchulzeitSchluss mit dem Sortieren von Kindern in der 4. Grundschulklasse

Und wieder ist es am 2. Mai so weit: Alle Kinder der vierten Grundschulklassen bekommen ein Übertrittszeugnis. Für die Bildungsgewerkschaft GEW ist dieses Übertrittszeugnis ein wiederkehrendes Ärgernis und gehört abgeschafft.

 

29.04.2019

Die unterschiedlichen und vielfältigen Fähigkeiten der Lernenden bereichern alle Beteiligten und dürfen nicht als Grund für eine Aufteilung in verschieden wertige Gruppen dienen. Die GEW fordert daher in einem Grundsatzbeschluss „Schulen, die alle Kinder und Jugendlichen willkommen heißen, die persönliche Lernwege anbieten und die niemanden beschämen.“ Das „Ende Angst erzeugender, Versagen provozierender und das Lernen verleidender Bewertungen, besonders in Form von Noten“ ist eine grundlegende Voraussetzung dafür. 

Für Ruth Brenner, Sprecherin der GEW-Landesfachgruppe Grund- und Mittelschulen zeigt sich das überdeutlich: „Wenn man sieht, wie die Kinder bereits ab der dritten Klasse unter Druck stehen, um den erwarteten Notenschnitt in der vierten Klasse zu erreichen, kommt man nicht umhin, dieses System grundlegend abzulehnen.“

Die Voraussetzung für den Übertritt in Mittelschule, Realschule oder Gymnasium errechnet sich nach wie vor allein aus den Noten in Deutsch, Mathematik und Heimat- und Sachunterricht. So entscheiden diese Noten über den weiteren Bildungsweg der Kinder. Die Schulpolitiker*innen von CSU und Freien Wählern wiederholen dazu nur laufend ihre Leerformel von der „hohen Durchlässigkeit“ im „differenzierten“ bayerischen Schulsystem.

Ruth Brenner stellt klar: „Diese Schubladen haben keinerlei pädagogische oder wissenschaftliche Fundierung: Sie dienen allein der Selektion von 9 bis 10-jährigen Kindern und der Zuordnung zu einem zergliederten und zerklüfteten Schulsystem. Für viele Familien wird mit dem Zeugnis klar, ob ihre Kinder zu den Siegern oder zu den Verlierern im Ausleseverfahren gehören. Dies muss endlich beendet werden.“

Seit langem fordert die GEW die Überwindung des zergliederten Schulsystems zugunsten „Einer Schule für alle“, bis zum Ende der Pflichtschulzeit. Die GEW weist darauf hin, dass eine große Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen den Auslesezwang ablehnt und Kinder gern in Bezug auf ihren persönlichen Fortschritt beurteilen möchte. Als Zwischenschritt fordert die GEW die sofortige Abschaffung der Übertrittszeugnisse an Grundschulen. Die Entscheidung, welche Schulart ein Kind besuchen soll, ist den Kindern zusammen mit ihren Eltern zu überlassen, die Schule hat dabei eine beratende Funktion.

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