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CoronavirusSchließung von Schulen und Kitas in Bayern: GEW fordert Augenmaß und Gerechtigkeit

Die Bildungsgewerkschaft GEW begrüßt die aktuelle Schließung der Schulen, Kitas und Horte durch die Staatsregierung.

13.03.2020

„Drastische Umstände erfordern drastische Maßnahmen. Das ist eine Herausforderung für Kinder und Jugendliche, deren Eltern, Lehrkräfte und Mitarbeiter*innen in Kitas“, sagte Anton Salzbrunn, Vorsitzender der GEW Bayern heute in München. „Bei der Umsetzung der Schließungsanordnung brauchen wir Augenmaß“, sagte der Bildungsgewerkschafter.

  • Die GEW begrüßt, dass die Staatsregierung ihre Fürsorgepflicht besonders gegenüber vom Coronavirus besonders bedrohten Kolleg*innen, Kindern und Jugendlichen an Schulen und in Kindertageseinrichtungen wahrnimmt.
  • Dabei muss unbedingt sichergestellt sein, dass Pädagog*innen und alle anderen Beschäftigten, die zu einer Risikogruppe gehören, auf keinen Fall zu Betreuungsarbeit in den jetzt einzurichtenden Notfallbetreuungen herangezogen werden. Bei möglicher Gefährdung durch Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder anderen Gefährdungssituationen dürfen die betroffenen Lehrkräfte auch nicht zu administrativen Tätigkeiten verpflichtet werden.
  • Die Doppelbelastung als Arbeitskraft und Elternteil trifft viele Frauen. Hier steht die GEW hinter den Kolleginnen, wenn es nach dem Ende der Schließungen um Probleme bei der Anrechnung von Betreuungszeiten geht.
  • Viele Kinder und Jugendliche werden von den Lehrkräften über das Internet mit Lerninhalten versorgt. „So ist häusliches Lernen auch eine Chance, den Stand der Digitalisierung in Bayern zu testen.“, hofft Salzbrunn.
  • Die Unternehmen fordert die Gewerkschaft auf, bei der Gewährung von Betreuungszeiten für Kinder und Jugendliche großzügig zu sein und Homeoffice zu ermöglichen.
  • Nach Wiedereröffnung der Schulen muss die Staatsregierung dafür sorgen, dass durch die Schließung keinen Schüler*innen oder Kolleg*innen Nachteile entstehen.

Trotz Pandemie sei das „Piazolo-Paket“ mit seinen Zwangsmaßnahmen, die die Lehrkräfte belasten, nicht vergessen, stellte Salzbrunn klar: „Mehr- und Längerarbeit in einem nun neuerlich zusätzlich belasteten System Schule gehen gar nicht.“ Der Gesundheitsschutz für die Beschäftigten muss auch hier im Vordergrund stehen.

Für Lehrkräfte ist die Zeit der Schulschließung häusliche Arbeitszeit, sofern sie nicht erkranken. Jede Erkrankung muss dem Dienstherrn auch während der Schließung der Bildungseinrichtungen angezeigt werden. Darauf weist die Gewerkschaft ausdrücklich hin. Gesunde Lehrkräfte betreuen die Schüler*innen von zu Hause aus über das Internet, bereiten Unterricht, Projekte, Präsentationen und Tests vor.

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