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TestkonzeptGEW: Nachbesserung bei Testkonzept für Kita-Kinder

Wenn nach den Pfingstferien wieder deutlich mehr Kinder in Bayern die Kitas besuchen können, weil die Inzidenzwerte sinken, sollen alle Kinder nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Bayern mit kindgerechten Pooltests getestet werden.

28.05.2021

Die Bildungsgewerkschaft hält die aktuell vom Familienministerium angekündigten Selbsttests bei Kita-Kindern für nicht ausreichend. Das Familienministerium liebäugelte in einem Elternbrief am 27.04.21 selbst noch mit Pooltests und stellte fest, dass Selbsttests für Kinder nicht ausreichend zuverlässig durchführbar sind. Aufgerufen wurde daher zu sog. „Umfeldtestungen“. Das Umfeld der Kinder sollte sich regelmäßig testen lassen oder selbst testen. Aktuell kündigte es in einem Newsletter aber spezielle Selbsttests für Kinder an - ohne ein konkretes Datum zu nennen, wann und wie diese zu den Eltern gelangen. Zwei dieser Tests pro Woche sollen kostenlos und zur Durchführung durch die Eltern zu Hause zur Verfügung gestellt werden.

Gerd Schnellinger, stellvertretender Landesvorsitzender, stellt klar: „Öffnungen dürfen nicht zu einem kurzen Strohfeuer werden, sondern müssen endlich wieder Normalität sein. Dazu sind noch über einen längeren Zeitraum Tests für Kinder dringend notwendig. Die Ende April vorgeschlagene Regelung von Umfeldtestungen finden wir schwierig. Warum wird nicht endlich professioneller getestet, dafür gibt es doch schon länger geeignete Verfahren.“

Aus Sicht der GEW Bayern müssen flächendeckende Poolverfahren eingeführt werden. In Österreich sind diese bereits die Regel. Aus verschiedenen Landkreisen liegen der GEW Bayern Informationen über die für ein Pooling erforderliche Laborkapazitäten vor. Bei Pooltestungen für Kinder werden die Proben kindgerecht und unschädlich mit zum Beispiel Abstrich-Tupfern zum Lutschen entnommen. Danach werden mehrere dieser Proben zu einer vereint („gepoolt“) und im Labor mit dem sehr sicheren PCR-Verfahren ausgewertet.

Die GEW Bayern begründet ihre Haltung vor allem mit dem Schutz der Kinder selbst, deren Eltern und den Beschäftigten in den Einrichtungen. Dazu Gerd Schnellinger: „Die Gefahr ist noch nicht vorüber, noch sind nicht alle Kolleg*innen und Eltern geimpft. Nach langen Zeiten von enorm erschwerten Arbeitsbedingungen sollte daher der Schutz der Kolleg*innen eine Selbstverständlichkeit sein. Uns macht es auch große Sorgen, wenn wir hören, dass ein zwar kleiner, aber eben nicht unerheblicher Teil der Kinder unter den Folgen einer Infektion leiden wird. Je mehr sich infizieren, umso mehr werden das sein. Auch wenn es selten vorkommt und so genau ist das noch nicht bekannt, ist jeder Krankenhausaufenthalt von Kindern einer zu viel.“