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Für sichere und langfristig offene SchulenGEW Bayern fordert Professionalisierung der Testkonzepte

An Schulen wird weiterhin fleißig getestet. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bayern (GEW) begrüßt jede Maßnahme, die für mehr Sicherheit an Schulen sorgt, warnt aber auch: Antigen-Schnelltests sind nur sehr begrenzt aussagekräftig. Wesentlich sicherer wären gepoolte PCR-Tests.

11.06.2021

Antigen-Schnelltests, wie sie an fast allen bayerischen Schulen verwendet werden, gehören mittlerweile beinahe schon zum Alltag. Doch sie haben einen großen Nachteil. Sie sind nicht sehr aussagekräftig. Studien zeigen: Wenn Menschen keine Symptome haben, erkennen diese nur etwa die Hälfte der Infizierten. Gerade Kinder zeigen aber häufig trotz Infektion keine Symptome. 

 

Wesentlich aussagekräftiger und einfacher in der Handhabung sind PCR-Pool-Tests. Die Proben werden durch Spucken oder Lutschen an einer Art Lolli entnommen, zusammengegeben („Pool“) und in einem professionellen Labor ausgewertet. Ein positiver Nebeneffekt der Pool-Tests ist, dass sie wesentlich zeiteffizienter und kindgerechter durchzuführen sind: Der häufig als sehr unangenehm empfundene Nasenabstrich entfällt damit. Ist der Pool-Test positiv, muss jedes Kind zum PCR-Test, um das Ergebnis zu überprüfen. Die für die positiv getesteten Kinder sehr belastende Situation, in der Klasse bloßgestellt zu werden, entfällt damit ebenfalls.  

 

Martina Borgendale, Landesvorsitzende der GEW, unterstreicht: „Es ist sinnvoll, dass die Schulen negative Testergebnisse bescheinigen, damit sich die Kinder für andere Aktivitäten nicht nochmal testen müssen. Allerdings ist es einer Lehrkraft, gerade jetzt bei voller Klassenstärke, unmöglich zu überprüfen, ob ein Selbsttest korrekt durchgeführt wurde. Damit nimmt die Aussagekraft der bei asymptomatischen Personen eh schon sehr unsicheren Antigen-Tests weiter ab. Schulen sollten deshalb im Sinne der Sicherheit auf gepoolte PCR-Tests umsteigen, damit offene Schulen wieder zum Normalzustand werden.” 

 

Florian Kohl, stellvertretender Landesvorsitzender, führt weiter aus: „Es sind noch lange nicht alle Lehrkräfte geimpft. Und auch die meisten Schüler*innen und deren Eltern haben aufgrund der Impfstoffknappheit noch kein Impfangebot. Wir sind auf sichere Testergebnisse angewiesen, um die Gesundheit aller zu schützen und auf lange Sicht offene Schulen zu ermöglichen. Und die wollen und brauchen wir! Es darf nicht wieder zu wochenlangen Schulschließungen kommen, nur weil man nicht alles Menschenmögliche getan hat, um sicheren Schulunterricht zu gewährleisten.”