GEW Bayern
Du bist hier:

Schule - HortFehlende Absprache der Ministerien

Während die meisten Schulen kleine Gruppen im Wechsel zwischen Distanz und Präsenz unterrichten, öffnen Horte für alle Kinder. Die Kinder mischen sich also vor und nach der Schule wieder in großen Gruppen. Ein Widerspruch, meint die GEW Bayern.

03.03.2021

Vergangene Woche starteten viele Grund- und Förderschulen bei entsprechend niedrigem Infektionsgeschehen wieder in den Präsenzunterricht. Die meisten Klassen befinden sich derzeit im Wechselunterricht. Die Kinder werden in Gruppen geteilt und abwechselnd in der Schule und zuhause im Distanzunterricht beschult.

Auch Kitas und Horte öffnen wieder für alle. Am 18. Februar veröffentlichte das bayerische Familienministerium seinen 395. Newsletter und informierte über das Vorgehen im Hortbetrieb. Interessant dabei: Während sich Schulen bei Inzidenzen unter 100 im Wechselbetrieb befinden, um Kontakte zu reduzieren und Abstände einhalten zu können, können in Horten alle Kinder betreut werden. Eine bestimmte Gruppengröße wird nicht vorgegeben. Personal kann gruppenübergreifend eingesetzt werden, um die Betreuung sicherzustellen.

Im Passus „Hortbetrieb und Wechselunterricht an Grundschulen“ wird erläutert, wie mit den Kindern zu verfahren ist, die sich aufgrund des Wechselunterrichts der Schule im Distanzunterricht befinden. „Schulkinder, die im Distanzunterricht beschult werden, dürfen vor oder nach dem Distanzunterricht in ihrer Kindertageseinrichtung […] betreut werden.“

Florian Kohl, stellv. Vorsitzender der GEW Bayern, kann das nicht nachvollziehen:

„Es scheint, als würden Kultusministerium und Familienministerium nicht miteinander sprechen und ihre jeweils eigenen Konzepte verfolgen. Der Wechselunterricht an Schulen soll dafür sorgen, dass Kontakte reduziert und Mindestabstände eingehalten werden können. Das sind Maßnahmen zum Infektionsschutz. Wenn sich vor und nach der Schule aber alle Kinder im Hort treffen und vermischen, ist das Konzept hinfällig. Es ist unglaublich und ein Armutszeugnis. Keiner der Entscheidungsträger scheint dazugelernt zu haben.“


Gerd Schnellinger, stellv. Vorsitzender der GEW Bayern und zuständig für den Bereich die Jugendhilfe ergänzt:

„Die meisten Horte verfügen über weitaus geringere räumliche Kapazitäten als Schulen. Abstände sind bei voller Gruppenstärke kaum einzuhalten. Es ist nicht nachvollziehbar, dass die beiden Ministerien widersprüchliche Konzepte verfolgen und sich in ihren Pandemiekonzepten scheinbar nicht abstimmen. Hier ist dringend Nachbesserung gefordert. Zudem gibt es noch Regionalhorte oder Zentralhorte, in die Schüler aus verschiedenen Schulen mit Bussen gefahren werden. Auch an die ist auch zu denken.“

Die GEW Bayern fordert in Ihrem Positionspapier für Kitas feste Obergrenzen für Gruppen in Horten.