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GEW zur Reaktion des KMDie Realität an den Schulen ist definitiv eine andere!

Wir sind anlässlich der gestrigen Reaktion des Bayerischen Kultusministeriums auf die fundierte Kritik des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes in Bezug auf den Lehrkräftemangel an Bayerns Grund-, Mittel- und Förderschulen sehr verwundert.

05.10.2021

Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bayern (GEW) zeigt sich einmal mehr, dass das Kultusministerium den Bezug zur schulischen Realität verloren hat. Es wird nicht müde, mit beschönigenden Zahlen um sich zu werfen und berechtigte Kritik und Hinweise abzuschmettern.

Dabei ist der Lehrkräftemangel an Grund-, Mittel- und Förderschulen Fakt und die schulische Realität alles andere als „stabil“. „Bereits jetzt sind so gut wie alle mobilen Reserven im Einsatz und die Lücken im Personal konnten nur mit Drittkräften gestopft werden. Weitere Ausfälle werden kaum zu kompensieren sein. Die Arbeitsbelastung ist auch angesichts des logistischen Zusatzaufwandes rund um die Coronatests extrem hoch. Das Ministerium spricht immer von 100.000 staatlichen Lehrkräften. Wie viele davon arbeiten denn in unterhälftiger Teilzeit, weil sie die Belastung sonst nicht schultern können? Und wie viele arbeiten über ihr Maß hinaus, weil ihnen nichts anderes übrigbleibt, um den Kindern zumindest annähernd gerecht werden zu können? Minister Piazolo (FW) sollte sich an sein Wahlversprechen erinnern: Die Besoldung in A13/E13 für alle Lehrkräfte an den Grund- und Mittelschulen. Sie haben es mehr als verdient! Zudem drückt eine bessere Bezahlung Wertschätzung gegenüber der Arbeit der Kolleg*innen aus und macht diese Lehrämter attraktiver“, sagt Martina Borgendale, Vorsitzende der GEW Bayern.

Florian Kohl, stellvertretender Vorsitzender, ergänzt: „Verbände und wir als Gewerkschaft sind dazu da, Kritik zu äußern. Wenn diese fundiert und klar formuliert ist, ist eine Reaktion wie gestern unangebracht. Es nützt niemandem, wenn man mit Zahlen eine schulische Realität kaschiert, die mit den Folgen der Fehlplanungen des Kultusministeriums zu kämpfen hat. Der Lehrkräftemangel wird auch die anderen Schularten bald heftig treffen. Es gilt jetzt langfristige Konzepte zu entwickeln und diese prompt umzusetzen.“