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Schule & NotenDesaströse Informationspolitik des Kultusministeriums

Gestern hatte die GEW die Entscheidung des Kultusministeriums, keine Schulaufgaben mehr schreiben zu lassen, noch begrüßt. In einem kultusministeriellen Schreiben an die Schulen ruderte das Kultusministerium dann zurück.

12.05.2021

In den Klassen 5 bis 10 können sehr wohl noch Schulaufgaben geschrieben werden. Für die GEW Anlass genug, ebenfalls zurückzurudern: „Unsere Anerkennung kam zu früh. Das ist eine desaströse Informationspolitik, die sich das Kultusministerium da wieder leistet.“

Florian Kohl, stellvertretender Vorsitzender der Bildungsgewerkschaft in Bayern, ist sauer: „Schulleitungen und Lehrkräfte erfahren wieder mal aus den Medien von den Neuerungen aus München, und selbst die scheinen nicht mal zu stimmen. Erst Stunden später erhalten die Schulen das offizielle Schreiben des Kultusministeriums mit der Information, dass die Schulaufgaben erst nach den Ferien ausgesetzt werden. Das Schreiben ist auch noch auf den 07.05. datiert. Warum informiert man erst die Presse und lässt so ein Schreiben 3 Tage lang liegen? Das ist eine desaströse Informationspolitik. Wir empfehlen weniger Presse und dafür mehr Klarheit in den Botschaften.“

Auch Ruth Brenner, Mitglied im Hauptpersonalrat, schüttelt verwundert den Kopf: „Bis zu den Pfingstferien sind es ab jetzt noch 7 Schultage, also maximal 4 Tage Wechselunterricht, und das auch nur für diejenigen, die aufgrund des Infektionsgeschehens überhaupt in die Schule gehen können. Das Schuljahr ist schon lange gelaufen, Vergleichbarkeit gibt es keine mehr. Jetzt zu meinen, dass man Noten machen muss, ist voll daneben. Was brauchen unsere Schüler*innen jetzt und wie soll es weitergehen? Das sind Fragen, die wir uns stellen müssen.“

Bereits gestern hatten die Vorsitzende Martina Borgendale und GEW-Vize Florian Kohl dafür plädiert, den Notenstress jetzt komplett herunterzufahren. Man müsse jetzt in den Schulen Raum für die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler schaffen und gleichzeitig auf die Lernrückstände der Schüler*innen eingehen.