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Mehr WertschätzungGEW Bayern unterstützt die Petition der Heilpädagogischen Förderlehrer*innen

Heilpädagogische Förderlehrer*innen aufzuwerten ist langjähriges Anliegen der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Bayern (GEW Bayern). Die Bildungsgewerkschaft fordert den Landtag auf, dieses Anliegen zu unterstützen.

24.11.2021

Am 30. November soll eine Petition von Heilpädagogischen Förderlehrer*innen im „Ausschuss für Fragen des öffentlichen Dienstes“ des Landtages behandelt werden. Die Petitent*innen fordern eine deutlich höhere Eingruppierung nach den Tarifverträgen für die Kommunen und die Länder.

Die GEW Bayern organisiert als Bildungsgewerkschaft Heilpädagogische Förderlehrer*innen und unterstützt das Anliegen der Petition. Florian Kohl, stellvertretender Landesvorsitzender, bekräftigt: „Schon lange ist diese Berufsgruppe bei uns aktiv, schon lange fordern sie eine bessere Bezahlung. Weil es diese Berufsgruppe aber fast nur in Bayern gibt, gehen sie bei Verhandlungen mit allen Bundesländern gerne unter. Es ist an der Zeit, sie auch vonseiten des Landtages wahrzunehmen und endlich etwas für sie zu tun. Der Landtag muss Druck auf den größten Arbeitgeber der Kolleg*innen machen, den Freistaat selbst. Unser Tarifvertrag mit den Ländern hat dann Signalwirkung für alle anderen Arbeitgeber.“

Der für diese Berufsgruppe zuständige Gewerkschaftssekretär Mario Schwandt ergänzt: „Gerade wenn der Freistaat selbst Arbeitgeber ist, kann der Landtag viel bewirken. Er muss die Mittel für Verbesserungen im Haushalt vorsehen. Dann kann der Freistaat, vertreten durch die Tarifgemeinschaft der Länder, uns als Arbeitgeber entgegentreten und sicher davon ausgehen, dass wir mit dem Arbeitgeberverband die Eingruppierung anheben würden. Bei den derzeit laufenden Tarifverhandlungen zum Tarifvertrag der Länder fordern wir auch eine höhere Eingruppierung besonders der schlecht bezahlten Gruppen von Lehrkräften, wie den Heilpädagogischen Förderlehrer*innen, aber auch den Fach- und Förderlehrer*innen.“

 

Hintergrundinformationen

Die Heilpädagogischen Förderlehrer*innen sind ausgebildete Erzieher*innen oder Heilerziehungspfleger*innen, aber auch Heilpädagog*innen. Nach einer zweijährigen berufsbegleitenden, staatlich organisierten Zusatzausbildung arbeiten sie als Heilpädagogische Förderlehrer*innen in Förderschulen, Schulvorbereitenden Einrichtungen, Mobilen Sonderpädagogischen Hilfen oder Mobilen Sonderpädagogischen Diensten. Sie sind bestens und hoch spezialisiert ausgebildet und verknüpfen Heilpädagogik mit Unterrichtsgestaltung. Sie arbeiten eng mit den Sonderpädagog*innen an Förderschulen zusammen und gestalten eigenständig Unterricht. Verglichen mit der Bezahlung der Berufsgruppen, aus denen sie kommen, ist die Vergütung nicht attraktiv. Beispielsweise verdient ein*e Erzieher*in in der Tätigkeit mit Kindern mit Integrationsbedarf in außerschulischen Einrichtungen deutlich mehr. In der letzten Erfahrungsstufe derzeit rund 150 EUR brutto (S8b versus E9b im TV-L). Die höhere Qualifikation spiegelt sich im Gehalt nicht wider. Verglichen mit anderen Lehrer*innen sind Heilpädagogische Förderlehrer*innen am unteren Ende der Einkommensskala. Man könnte zugespitzt sagen: „Wie Lehrer*innen, nur billiger.“

Eine Umfrage aus dem Jahr 2021 belegt die hohen und ständig steigenden Anforderungen an diese  Berufsgruppe. Dort wurde auch der große Wunsch nach mehr Wertschätzung deutlich geäußert.