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GEW Bayern fordert

Bläserklassentage für Schüler*innen ohne Heeresmusikkorps Ulm

klasse.im.puls ist ein musikpädagogisches Förderprogramm, das seit 2009 die Einrichtung von Musikklassen an bayerischen Mittel- und Realschulen unterstützt.

Foto: Colorbox.de

Am 14. und 15. März sollen nun an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) die diesjährigen Bläserklassentage stattfinden, bei denen die Schüler*innen die Gelegenheit bekommen sollen, mit Profis zusammenzuarbeiten und öffentlich aufzutreten. Nun wurde bekannt, dass in diesem Jahr als Repräsentant der Profi-Musik das Heeresmusikkorps Ulm eingeladen wurde. Zusammen mit den GEW-Studis FAU wendet sich auch die GEW Bayern gegen diese Form der Veranstaltung.

„Als Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft sind wir Mitglied des Bündnisses, ‚Unter 18 nie! Keine Minderjährigen in der Bundeswehr‘, das sich entschieden gegen die Rekrutierung Minderjähriger wendet“, erklärt Martina Borgendale, Vorsitzende der GEW Bayern, die Position der Bildungsgewerkschaft. Neben der GEW sind auch viele andere Organisationen aus den Bereichen der Friedensinitiativen, Kirchen und der Menschenrechtsorganisationen in dem Bündnis vertreten.

„Den Organisatoren der Bläserklassentage ist sicher bekannt, dass die meisten Schülerinnen und Schüler in den Mittel- und Realschulen noch minderjährig sind. Das Zusammenwirken minderjähriger Schüler*innen mit dem Heeresmusikkorps Ulm im Rahmen der Bläserklassentage kann auch nicht isoliert von den verstärkten Rekrutierungskampagnen der Bundeswehr an Schulen gesehen werden“, stellt der stellvertretende Vorsitzende der GEW Bayern Florian Kohl fest. „Mit unserer kritischen Position gegenüber Bundeswehr an Schulen folgen wir auch der Empfehlung des Komitees der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen an die Bundesrepublik, Bundeswehrwerbung, die sich an Minderjährige richtet, explizit zu verbieten.“

Auch wenn die Bundeswehr im konkreten Fall keine direkte Rekrutierung bei den Schüler*innen vornimmt, versucht sie immer wieder über vermeintlich freundliche und friedliche Events wie nun über die Bläserklassentage für sich zu werben. Auch dieses Vorgehen kritisiert das Komitee der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen ebenso wie die GEW. „Wir lehnen es ab und fordern die Bundeswehr auf, Rekrutierungen an Schulen, Universitäten und bei Minderjährigen grundsätzlich einzustellen“, fasst Borgendale de Position der GEW zusammen. An die FAU und den Leiter des Bläserklassenprojekts „klasse.im.puls“ Prof. Dr. Wolfgang Pfeiffer richtet die GEW Bayern den Wunsch, die Bläserklassentage zu verschieben und mit anderen Profi-Musiker*innen, die sicher leicht zu finden sind, durchzuführen.

Weiterführende Links:

https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/zahl-der-minderjaehrigen-in-der-bundeswehr-steigt

https://unter18nie.de

https://www.gew.de/aktuelles/detailseite/kinder-im-visier-der-bundeswehr

https://umsetzung-der-kinderrechtskonvention.de/7-c-freiwillige-in-der-bundeswehr/

Kontakt
Martina Borgendale
Vorsitzende
AdresseNeumarkter Straße 22
81673 München
Telefon: 089 544081 – 17
Kontakt
Florian Kohl
stellvertretender Vorsitzender, Bereich Schule
Mobil: 0170 362 33 61