GEW Bayern
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Martina Borgendale

Bewerbung als Vorsitzende der GEW Bayern

Ich bin 41 Jahre alt und arbeite an einer kommunalen Ganztagsrealschule in Nürnberg. Seit 2011 bin ich dort im örtlichen Personalrat und seit 2016 im Stufenpersonalrat der Gymnasien und Realschulen. Im GEW KV Nürnberg bin ich seit 2015 Mitglied im Kreisvorstand. Auf Landesebene bin ich seit 2017 stellvertretende Vorsitzende.

Nachdem ich mich in die Struktur und die Themen der GEW eingearbeitet, Erfahrungen gesammelt und Kontakte geknüpft habe, möchte ich mich hiermit nun als Vorsitzende bewerben. So kann ich an meine Arbeit und Schwerpunkte der letzten Jahre anknüpfen. Ein großes Anliegen ist mir das Vorantreiben der JA 13 Kampagne in Bayern. In anderen Bundesländern ist die Bezahlung der Grund- und Mittelschullehrer*innen in A 13 bereits beschlossene Sache. In Bayern zeichnet sich hier leider noch nichts ab. Aus diesem Grund müssen wir weiterhin öffentlich Druck erzeugen, Mitglieder für Kundgebungen mobilisieren und mit der Politik im Gespräch bleiben.

Die Situation der Grund- und Mittelschulkolleg*innen ist zurzeit äußerst angespannt. Neben den Auswirkungen von Corona müssen auch die Älteren unter ihnen wöchentlich eine Stunde mehr unterrichten. Ihnen wird verwehrt in Teilzeit oder in den Antragsruhestand zu gehen, um mit ihren Kräften haushalten zu können. Das alles, obwohl der Mangel an diesen Lehrämtern seit Jahren absehbar war. Deshalb müssen wir uns für eine Reform der Lehrer*innenbildung engagieren, um sie universeller einsetzbar zu machen.

Die GEW ist für mich zuallererst eine Interessenvertretung der Beschäftigten, die Missstände am Arbeitsplatz aufzeigen und auf deren Einstellung hinarbeiten muss. Alle Beschäftigten im Bildungsbereich sind mit viel Herzblut bei der Sache und oft bereit, sich über das eigene Leistungsvermögen und die Regelarbeitszeit hinaus zu verausgaben. An den Schulen entgrenzt sich die Arbeit durch die in der Corona-Krise überstürzt vorangetriebene Digitalisierung. Den Prozess der Digitalisierung müssen wir als Gewerkschaft aktiv begleiten: Aufgeschlossen, die Chancen sehend, aber auch mit der gebotenen Vorsicht und Skepsis.

Als Bildungsgewerkschaft müssen wir reagieren, wenn wir die Gesundheit unserer Mitglieder gefährdet sehen. Die Pädagog*innen arbeiten während Corona ganz ohne Schutz nah am Kind wie in den Kinderkrippen oder mit minimalen Schutzmechanismen wie Alltagsmasken und Lüften in engen Klassenzimmern. In solchen Fällen müssen wir als Gewerkschaft auch einmal unbequem sein und die Missstände klar benennen.

Die GEW Bayern muss sichtbar sein in den Medien, den sozialen Netzwerken und auch an den Schulen. Durch eine verstärkte Pressearbeit und ein Team, das zeitnah unsere Onlineinhalte pflegt, ist uns dies in den letzten Jahren immer besser gelungen. An der nötigen Präsenz in den Schulen fehlt es vielerorts noch. Um diese zu stärken sind neue Mitglieder notwendig und auch die Aktivierung schon vorhandener Mitglieder. Hierzu müssen zeitgemäße Formate entwickelt werden, die vor allem auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken und im Flächenstaat Bayern helfen lange Fahrtzeiten zu vermeiden. Die in der Corona-Zeit erprobten Onlineformate stellen hier sicher eine gute Möglichkeit dar.

Meinen Schwerpunkt sehe ich weiterhin in den Bereichen Schule, Gleichstellung und Frauenförderung. Ich bin der Meinung, dass wir die Säulen der GEW stärker vernetzen müssen. Mehr Austausch zwischen den einzelnen Säulen und mehr gemeinsame Aktionen und Pressemitteilungen.

Ich würde mir wünschen, dass wir alle zu einer Arbeitsweise finden, die von Transparenz, Wertschätzung und Zuverlässigkeit geprägt ist und ich möchte persönlich dazu beitragen. So können wir die GEW Bayern zu einer Gewerkschaft machen, die sowohl schlagkräftig als auch attraktiv für unsere Mitglieder ist.

Foto: studioline Fotostudio