GEW Bayern
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Angelika Altenthan

Bewerbung als Vorsitzende der GEW Bayern

 

Gestalten – Einmischen – Widersprechen

Diese drei Wörter verstehe ich als Auftrag, den ich als Vorsitzende des Landesverbandes der GEW Bayern einlösen möchte. Als Lehrerin unterrichte ich die Fächer Deutsch und Französisch am Gymnasium, wo ich mich seit einer Dekade als stellvertretende Personalratsvorsitzende für die Angestellten und Beamt*innen einsetze. In der GEW bin ich seit über 30 Jahren und seit rund zehn Jahren kommuniziere, kämpfe und streite ich aktiv in verschiedenen Gremien mit meinen Kolleg*innen für Verbesserungen im Bildungssektor. Mit Fug und Recht kann ich behaupten, auf vielen Ebenen unserer GEW unterwegs zu sein. Der Landesausschuss kennt mich als Sprecherin sowohl der Landesfachgruppe Gymnasium als auch des Bezirks Schwaben. Nach meiner Funktion als stellvertretende Vorsitzende in Schwaben leite ich seit kurzem als Bezirksvorsitzende die Geschicke. Ferner habe ich als Vorstandsmitglied den Kreisverband Kempten/Oberallgäu wieder mit Leben gefüllt. Bei etlichen Gesprächen zu schulischen Belangen war ich im Kultusministerium und Landtag dabei. Die Tatsache, dass ich als angestellte Lehrerin für das Land Bayern tätig bin, hat mich auf die enorme Bedeutung der Tarifpolitik für unsere gesamten Mitglieder gestoßen. Auf Landes- wie auf Bundesebene bringe ich mich aktiv ein. So vertrete ich die GEW Bayern in der Bundestarifkommission Länder und gestalte die Sitzungen in der Landestarifkommission mit. Die Bedeutung von Tarifabschlüssen für uns alle - unabhängig vom Status, Alter, Geschlecht, Beschäftigungsverhältnis, Personen- oder Fachgruppenbereich – ist nicht hoch genug einzuschätzen. Da die vielfach männlich geprägte Gegenseite bei Tarifauseinandersetzungen ausgesprochen hart agiert, ist ein Widerspruch fast vorprogrammiert. Deshalb habe ich mit meinen Redebeiträgen bei Streikaktionen der Landesarbeitskampfleitung lautstark für unsere Interessen gekämpft.

Vielfalt als Stärke

Die bayerische GEW lebt von der Vielfalt ihrer Mitglieder. So kommunizieren dynamische Junge mit erfahrenen Älteren, die große Mehrheit unserer weiblichen Mitglieder setzt sich mit männlich geprägten Sichtweisen auseinander, Angestellte und Beamt*innen, so grundverschieden deren Arbeits- bzw. Dienstverhältnisse im Kern sein mögen – sie sitzen letztlich im gleichen Boot. Ob Studierende*r, wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in oder Professor*in, ob Sozialpädagoge*in oder Erzieher*in, ob Lehrkraft, Schulleiter*in oder Schulrat*rätin in den unterschiedlichen Schularten, ob Kursleiter*in oder freiberufliche*r Dozent*in in der Weiterbildung, ob Ehren- oder Hauptamtliche, ob Stadt oder Land, Nord oder Süd – egal, wie lang die Liste ist – der Kampf für gute Arbeitsbedingungen sowie für eine gute Bildung eint uns alle.

Meine Anliegen als Vorsitzende

  • Wir brauchen eine Stärkung der Demokratie. Lehrkräfte dürfen wegen ihrer beruflichen Tätigkeit keine Zielscheibe von Gewalt sein. Das Attentat in Paris (16.10.2020) stellt einen Gipfel dar.
  • Der Verschlechterung von Arbeits- und Lebensbedingungen muss entgegengewirkt werden. Denn gesellschaftliche Spannungen und Spaltungen gefährden den sozialen Frieden.
  • Als Bildungsgewerkschaft haben wir Zusammenhänge aufzudecken, indem wir klassische gewerkschaftliche Ziele mit gesellschaftspolitischen Positionen verknüpfen.
  • Diverse Instanzen der bayerischen Bildungspolitik sollen uns weiterhin als engagierte Interessensvertreter wahrnehmen. An uns kommt man nicht vorbei.
  • Auch in Zukunft müssen wir als selbstverständlicher Verhandlungspartner bei tarifpolitischen Fragen mitentscheiden.
  • Wichtige Aktionsfelder sind längst bekannt und warten nur darauf, vorrangig bearbeitet zu werden: Arbeitszeit – Digitalisierung – Arbeits- und Gesundheitsschutz, um nur einige zu nennen.

Zur Erreichung dieser Ziele ist eine sachlich fundierte Gesprächskultur nötig. Und schließlich: Als Vorsitzende der GEW Bayern kann ich die wahrlich dicken Bretter nur im vereinten Team inmitten der gesammelten Mann-/Frauschaft und mit einem realistischen, gesunden Augenmaß stemmen. Zum Bohren dieser stelle ich meine Gelassenheit, meinen Einfallsreichtum und meinen Widerspruchsgeist zur Verfügung.

Foto: privat