GEW Bayern
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Unterschriftenaktion: Lehrer*innen sind keine Abschiebehelfer*innen!

10.11.2017

Die Bildungsgewerkschaft GEW Bayern startete eine Unterschriftenaktion gegen Abschiebungen aus Schulen und bittet ihre Kolleg*innen, sich mit ihrer Unterschrift für die Verteidigung von Menschenrechten einzusetzen.

Die Erstunterzeichner*innen erklären in dem Aufruf an die Staatsregierung ausdrücklich: „Wir Lehrerinnen und Lehrer wollen uns nicht als Abschiebehelfer*innen instrumentalisieren lassen! Wir fordern: (Aus-) Bildung statt Abschiebung!“ Die Erstunterzeichner*innen sind alle selbst Lehrkräfte und Mitglieder im Landesvorstand der GEW .

Anton Salzbrunn, Vorsitzender der GEW Bayern, erinnerte anlässlich der Sitzung des Landesvorstands in Nürnberg an das Beispiel des jungen Berufsschülers, der im Mai 2017 aus seiner Nürnberger Berufsschulklasse nach Afghanistan abgeschoben werden sollte. Diese Vorgehensweise der Staatsregierung dürfe auf keinen Fall weiter Schule machen. Lehrkräfte und Schüler*innen, aber natürlich auch andere Flüchtlinge, würden dadurch massiv verunsichert, der Schulfrieden akut bedroht. Die Angst vor Abschiebungen breite sich so bei den Schüler*innen aus – mit dieser Angst aber könne niemand mehr lernen. Die GEW fordert eine sichere Aufenthaltsperspektive für alle Jugendlichen und jungen Erwachsenen, nicht nur bis zum Abschluss ihrer Schulbildung oder ihrer Ausbildung, sondern auch darüber hinaus. Der 3 + 2 – Regelung müsse auch in Bayern vollumfänglich Geltung verschafft werden. Vorrangig müsse die weiter zunehmende Verweigerung von Ausbildungsgenehmigungen beendet werden. In einigen Zentralen Ausländerbehörden bei den Bezirksregierungen gebe es anscheinend – entgegen den Beteuerungen der Staatsregierung-  Planungen für vermehrte Abschiebungen aus Schulen. Dies müsse das Innenministerium, in Absprache mit dem Schulminister, unterbinden.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.

Die Unterschriftenliste entnehmen Sie bitte dem Anhang. Alternativ können Sie sich auch direkt an gegen_abschiebung@gew.bayern zurückmelden und die Protesterklärung unterschreiben.

Erstunterzeichner*innen:

Martina Borgendale, stellvertretende Landesvorsitzende der GEW Bayern

Ilona Deckwerth, Mitglied im Landesvorstand der GEW Bayern

Anna Forstner, Mitglied im Landesvorstand der GEW Bayern

Kathrin Frieser, Mitglied im Landesvorstand der GEW Bayern

Raimund Münder, Mitglied im Landesvorstand der GEW Bayern

Erwin Saint Paul, Mitglied im Landesvorstand der GEW Bayern

Christiane Wagner , Mitglied im Landesvorstand der GEW Bayern

Ruth Brenner, Mitglied im Hauptpersonalrat

Johannes Schiller, Mitglied im Hauptpersonalrat

Unterstützende Organisationen:

Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeiräte Bayern – AGABY

Arbeitskreis Kritische Sozialarbeit (AKS)

Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V. (IG)

MUT

Claudia Stamm, MdL

Aktion Humane Schule

terre des hommes

Bayerischer Flüchtlingsrat

SchlaU - Schulanaloger Unterricht / Übergang Schule-Beruf / Werkstatt für Migrationspädagogik

StadtschülerInnenvertretung (SSV) München

Aktion gute Schule e.V.

AMYNA e.V.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Landesverband Bayern

Christine Kamm, Bündnis 90/Die Grünen, MdL, Sprecherin für Asyl- und Integrationspolitik

DIE LINKE, Landeserverband Bayern

Netzwerk Bildung und Asyl Bamberg

Margit Wild, SPD, MdL

Max Uthoff, Kabarettist („Neues aus der Anstalt“, ZDF)

amanda – Projekt für Mädchen und junge Frauen

Weitere Unterstützer sind angefragt und jederzeit willkommen. Die Liste wird entsprechend aktuell ergänzt

 

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