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Corona in RojavaSpendenkampagne zur Unterstützung des Gesundheitssystems in Nord- und Ostsyrien

Die GEW Bayern unterstützt die Spendenkampagne von medico international zum Aufbau von 2 Kliniken in Rojava, wo auch unser Projekt zum Aufbau einer Mädchenberufsschule angesiedelt ist. Denn es ist klar, dass das Gesundheitssystem im Gebiet der Selbstverwaltung in Rojava/Nord- und Ostsyrien mit einer Corona-Epidemie sehr schnell an seine Grenzen kommen würde.

30.04.2020

Viele bundesdeutsche Partnerschaftsvereine und Hilfsorganisationen engagieren sich mit Projekten im Gebiet der Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien (auch ‚Rojava‘ genannt). Nicht erst seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie herrscht dort im Gesundheitsbereich und beim Kurdischen Roten Halbmond (Heyva Sor a Kurd) ein dramatischer Mangel. Jetzt fehlen besonders Schutzausrüstung für das Personal, Masken, Handschuhe, Testmöglichkeiten, Beatmungsgeräte und Medikamente. In der Region leben 1,3 Millionen Binnenvertriebene aus verschiedenen Teilen Syriens und des Iraks in schlecht ausgestatteten Camps. Trotz der schwierigen Lage und trotz der fehlenden internationalen Hilfe hat die Selbstverwaltung die Geflüchteten mit offenen Armen empfangen und Mitmenschlichkeit gezeigt. Im Gebiet der kurdischen Selbstverwaltung gibt neben zahlreichen Flüchtlingslagern aber auch Gefangenenlager, in denen viele IS-Angehörige und ihre Familien - darunter viele deutsche Staatsbürger - versorgt werden müssen. Unterstützung von internationalen Organisationen wie dem UNHCR, der WHO oder dem Welternährungsprogamm (WFP) gibt es kaum. 

 

Die völkerrechtswidrigen Militärinterventionen der Türkei in Afrin, Serê Kaniyê (arab. Ras al-Ain) und Girê Spî (arab. Tall Abyad) haben die humanitäre Lage weiter verschärft. Die von der Türkei finanzierte sogenannte 'Nationale Syrische Armee' (SNA), die nichts anderes als Al Qaida, Al Nusra und IS in türkischen Uniformen ist, enteignet, vertreibt, entführt, vergewaltigt, foltert und mordet in den türkisch besetzten Gebieten bis heute die dort ansässige Zivilbevölkerung. Jetzt benutzt die Türkei auch noch das Wasser als Waffe, indem sie fast einer halben Million Menschen in der Region Hasaka das Wasser abgedreht hat. Die Wasserversorgung der Region hängt am Wasserwerk von Serê Kaniyê, wo die türkischen Besatzer das Wasser nach Belieben auf- und zudrehen. Besonders jetzt zu Coronazeiten, in denen Hygienemaßnahmen wie Händewaschen oder Desinfektion höchste Priorität haben, ist dies ein direkter Angriff auf die Gesundheit der Menschen und damit ein Kriegsverbrechen.

 

Noch sind keine Corona-Infektionen in Nord- und Ostsyrien bekannt. Es gibt allerdings auch kein einziges Labor in der Region, das den Covid-19-Erreger diagnostizieren könnte, wenn man von dem des Krankenhauses im türkisch besetzten Serê Kaniyêabsieht. Für Millionen Menschen stehen im Falle eines Ausbruchs der Pandemie nur 20 Beatmungsgeräte zur Verfügung. Die Selbstverwaltung versucht durch umfangreiche Desinfektionsmaßnahmen, begleitet von Grenzschließung, Schulschließungen und Ausgangssperren, eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Jedoch sind die Menschen in den Flüchtlingslagern aufgrund ihres geschwächten Allgemeinzustandes, der beengten Lebenssituation und der schlechten hygienischen Verhältnisse extrem gefährdet, an Covid-19 zu erkranken. Es droht eine humanitäre Katastrophe.

 

Hilfe von der syrischen Regierung ist nicht zu erwarten. Die Verteilung der humanitären Hilfslieferungen von UN und WHO wird über Damaskus koordiniert, dabei wurde der Nordosten weitgehend ausgespart. Nun plant die Selbstverwaltung die Errichtung von zwei neuen Krankenhäusern, die eigens für mittelschwere Covid-19-Fälle ausgestattet werden sollen, eines davon in Hasaka mit 120 Betten. Hierfür ist der Kurdische Rote Halbmond jedoch auf internationale Hilfe angewiesen, denn es gibt bisher keine finanziellen Mittel für die Einrichtung der Krankenhäuser. 

 

Wir bitten alle Kolleg*innen: Helft durch Eure Spende an medico international, die Errichtung der Corona-Kliniken zu realisieren. Jeder Euro zählt. 

 

Spendenkonto:

medico international

IBAN: DE21 5005 0201 0000 0018 00

BIC: HELADEF1822

Frankfurter Sparkasse

Stichwort: Rojava

 

Wir fordern die Bundesregierung und die Internationale Gemeinschaft auf:

  • Beziehen Sie die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien in die geplanten Hilfsprogramme zum Schutz von Flüchtlingsregionen vor der Corona-Pandemie direkt mit ein.          
  • Liefern Sie die benötigte medizinische Ausstattung direkt an die Gesundheitsbehörden in Nord- und Ostsyrien.
  • Sorgen Sie dafür, dass die Türkei ihre Angriffe auf die Region beendet und die Wasserversorgung der Region Hasaka wieder herstellt.
  • Holen Sie die ausländischen IS-Angehörigen mit ihren Familien aus den IS-Lagern! Nur so kann die Re-Organisierung des sogen. Islamischen Staates verhindert werden.

     

Unterzeichnende Organisationen:

Städtefreundschaft Frankfurt – Kobanê e.V.

Städtepartnerschaft Friedrichshain-Kreuzberg – Dêrik e.V.

Städtefreundschaft Oldenburg – Afrin 

Initiative Medizin für Rojava

Stiftung der freien Frau in Syrien (WJAS)

Initiative für die Errichtung einer Partnerschaft der Regionen Herford und Kobane (Nordsyrien) 

Initiative für Frieden und Hoffnung in Kurdistan e. V.

Rojava-Projekt für Bildung, Tübingen

Kinderhilfe Mesopotamien e.V.

Initiative Kölner Helfen

Initiative für den Bau einer Mädchenberufsschule in Kobanê, Bayern