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Prediger der Deregulierung

Die Politik stellt die Banker an den Pranger und verschleiert so ihre eigene Mitschuld an der Krise

05.05.2009 - Detlev v. Larcher

Banker-Bashing ist gerade sehr in. Die maßlose Gier nach schnellem hohem Profit wird beklagt. Wären nur die Manager der Geldbranche mehr am langfristigen Erfolg ihrer Kreditinstitute als an ihrem eigenen kurzfristigen Erfolg orientiert und würden sie sich ethisch korrekt verhalten – die Finanzmarktkrise wäre zu vermeiden gewesen, suggeriert man uns.
Nun muss man die Banker wirklich nicht in Schutz nehmen, die Kritik an ihnen ist berechtigt. Aber wenn PolitikerInnen sie so heftig kritisieren, wollen sie damit nur den
eigenen Anteil an der Krise verschleiern. Die ausschließliche Beschäftigung mit der Krise und den Rettungsaktionen, deren Notwendigkeit von niemand grundsätzlich bestritten wird, greift viel zu kurz. Nicht die Krise ist das eigentliche Problem, sondern das »ganz normale Funktionieren« der Finanzmärkte. Die Schäden für Millionen von Menschen richten sie gerade dann an, wenn sie »normal«
funktionieren.
Und die Voraussetzungen dafür, dass das kapitalistische System, in dem wir leben, immer mehr von den Finanzmärkten getrieben wird, sind von der Politik gesetzt. Den
jetzt von ihnen beklagten Raubtierkapitalismus haben PolitikerInnen trotz vielfältiger Warnungen erst herbeigeführt.
Wir dürfen es nicht zulassen, dass sie sich mittels kräftiger Banker-Schelte aus der Verantwortung stehlen. ...

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