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Nürnberg: Im Streiklokal wurde es sehr eng!

Starker Auftakt in Mittelfranken: 2000 bei Kundgebung, GEW richtet weitere Streikerfassungen ein, weitere Aktionen in Planung - Bericht von Björn Köhler

12.05.2015 - Björn Köhler

Bei strahlendem Sonnenschein zogen rund 2000 Erzieherinnen, Kinderpflegerinnen und Sozialpädagoginnen heute in Mittelfranken in den unbefristeten Streik. Nach einer morgendlichen Kundgebung zog eine kraftvolle Demo durch Nürnberg am Rathaus vorbei, um dem Bürgermeister klar zu machen: „Wir streiken so lange, bis ihr uns ein faires Angebot macht!“. Unterstützt von vielen Eltern und KollegInnen von freien Trägern ging es zum Gewerkschaftshaus, um sich zum ersten Streiktag erfassen zu lassen. Aber mit so einem Ansturm hatte das Streik-team in Nürnberg nicht gerechnet. Innerhalb von Minuten waren die Streiklisten voll und die Mitgliedsanträge aus und das Lokal musste wegen Überfüllung geschlossen werden. Kurzerhand verlegten die KollegInnen die Streikerfassung in die Flure, sehr zum Leidwesen der Teilnehmerinnen aus den benachbarten Seminarräumen. Selbst als nach einer Stunde das erste „Streik-Meeting“ begann, platze der Raum noch aus allen Nähten.

Schnell wurde deutlich: Die Kolleginnen und Kollegen sind hoch motiviert, ihren Streik in die Öffentlichkeit zu tragen: Nach einem Grußwort des katholischen Betriebsseelsorgers aus der Diözese Bamberg begann man, über mögliche Aktionen und Kundgebungen zu sprechen. Die Ideen reichten von „Streikposten“ vor noch-nicht Streikenden Einrichtungen, über Mahnwachen vor Trägern mit Dumpinglöhnen bis hin zu Streikbesuchen in anderen Städten.

Auch fanden sich rasch Kolleginnen, die bereit sind, Streiklokale in weiteren Orten Bayerns zu eröffnen, um Streikwilligen den Einstieg zu erleichtern und ihnen AnsprechpartnerInnen vor Ort anbieten zu können. So wird es ab morgen, zusätzlich zum zentralen Streiklokal in Nürnberg (9-11h), Streikerfassungen in Erlangen (Gewerkschaftshaus 8-10h), Lauf (Marktcafe 9-11h) und Schwabach (Kaffeehaus Holy Monk, 10-11h) geben.

„Endlich bewegt sich was!“ sagt ein Kollege aus der Schulsozialarbeit zum Ende der Streikversammlung. Er hat heute zwei Kollegen mitgebracht, die gleich in die GEW eingetreten sind. Hoffentlich werden es noch viel mehr!

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