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Mut zur Veränderung – Konzeption der neuen gymnasialen Oberstufe

13.04.2018

Die Forderungen der Landesfachgruppe Gymnasien zur neuen gymnasialen Oberstufe haben wir hier dargestellt.

Die Forderungen der Landesfachgruppe Gymnasien im Überblick:

  • Zwei freigewählte fünfstündige Schwerpunktfächer auf erhöhtem Niveau bei einem individuell gestaltbaren Curriculum
  • Maximale Kursgröße von 17 Schüler*innen
  • Verankerung von selbstständigem wissenschaftspropädeutischem Arbeiten und intensiver Projektarbeit
  • Praxisbezogene Berufsorientierung auch in Form eines längeren Praktikums
  • Stärkung der politischen Bildung durch eine verpflichtende Belegung von Sozialkunde in 11 - 13 als eigenständigem Fach

Die GEW begrüßt die Schulzeitverlängerung auf neun Jahre bis zum Abitur. Damit wird eine erste richtige Schlussfolgerung aus der bis zuletzt nicht zufriedenstellenden Organisation des achtjährigen Gymnasiums gezogen.

In Bezug auf die Oberstufe, deren Neukonzeption bisher noch nicht geschehen ist, sehen wir einen dringenden Bedarf der Re-Formation – und damit die Chance auf eine sinnvolle Neugestaltung der Oberstufe unter Einbeziehung der 11. Jahrgangsstufe! Der hier vorgelegte Rahmen lässt einen großen Spielraum zur Ausgestaltung. Unabhängig davon müssen aber dringend Verhandlungen über die inhaltlichen Bildungsziele geführt werden.

Und so könnte die Oberstufe aussehen …

Aus dem gesamten Fächerkanon sind zwei Kurse als vertiefte Schwerpunktfächer wählbar. Diese Kurse werden in der Jahrgangsstufe 12 und 13 fünfstündig unterrichtet.

  • Damit wird eine gerechtere Verteilung der Arbeitsbelastung der Lehrkräfte über alle Fächer hinweg angestrebt.
  • Die Fächer in der Oberstufe sind gleichwertig.
  • Für die Schüler*innen bedeutet die Wahlfreiheit eine echte individuelle Schwerpunktsetzung.
  • So können die unterschiedlichen Begabungen und Interessen der Schüler*innen differenziert gefördert werden.
  • Für eine grundlegende Reflexion und Einübung des Gelernten ist genug Zeit.
  • Das vertiefte Fachwissen stellt eine wichtige Grundlage für ein anschließendes Hochschulstudium dar.
  • Für die Lehrkräfte bedeutet es ein befriedigenderes Unterrichten: Es ist Zeit und Potenzial für fachliche Tiefe und Herausforderungen sowie für thematische Schwerpunktsetzungen.

In einem der beiden vertieften Fächern wird ein zweistündiges W-Seminar gewählt. Teil des Seminars ist das Verfassen einer wissenschaftlichen Arbeit.

Das W-Seminar bietet sowohl eine fachliche Einführung in das spezifische Seminar-Thema als auch die Einführung in wissenschaftliches Arbeiten und vertiefte fachspezifische Methodenkompetenz.

Die maximal 12 Schüler*innen des W-Seminars werden während des Schreibens individuell betreut. Ergänzend zu den vertieften Schwerpunktfächern werden zwei- oder dreistündige Kurse belegt.

Diese liefern einen entscheidenden Teil zu einer breiten Allgemeinbildung.

  • Das Erreichen der Allgemeinen Hochschulreife wird sichergestellt.

Die politische Bildung wird durch eine verpflichtende Belegung von Sozialkunde in 11 - 13 als eigenständiges Fach gestärkt.

  • Nur so kann den Mindestanforderungen einer demokratischen Gesellschaft entsprochen und ein Beitrag zur Mündigkeit jeder/s einzelnen Abiturientin/en geleistet werden.

Die Abiturprüfung wird in vier Fächern abgelegt.

  • Dabei findet in den zwei vertieften Schwerpunktfächern jeweils eine schriftliche Prüfung statt.
  • In einem der weiteren Fächer wird ebenfalls eine schriftliche Prüfung abgelegt.
  • Die vierte Abiturprüfung wird in Form eines Kolloquiums durchgeführt.
  • Für die Korrektur der Abiturprüfungen werden die betroffenen Lehrkräfte in Form von fest institutionalisierten Korrekturtagen von der Unterrichtstätigkeit freigestellt.
  • In den Kolloquiumswochen ist die Unterrichtsverpflichtung der prüfenden Lehrkräfte zu reduzieren
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