GEW Bayern
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Medieninformation Nr. 2/2014 vom 22. Januar: GEW Bayern zur Einstellungssituation am Gymnasium

Die GEW Bayern fordert: Ausbeutung der Referendar*innen beenden und die Anstellungssituation erfolgreich ausgebildeter Lehrkräfte deutlich verbessern!

22.01.2014 - Hahn

In der Regel werden Referendar*innen für eigenständigen Unterricht am Gymnasium im letzten Ausbildungsabschnitt eingesetzt. Darüber hinaus haben sie im Einsatzjahr derzeit mit 74 % der Unterrichtsverpflichtung einer Vollzeitlehrkraft zu arbeiten. In der Zulassungs- und Ausbildungsverordnung sind zwar Unterrichtsaushilfen über elf Wochenstunden hinaus erlaubt. Aushilfen sollten aber auch Aushilfen bleiben und regulärer Unterricht sollte nicht in diesem übertriebenen Maß den Referendar*innen aufgebürdet werden. Die Ausbildung leidet darunter und die Arbeitsbelastung für die jungen Lehrkräfte ist zu hoch. Das Kultusministerium muss seine eigene Zulassungs- und Ausbildungsordnung für Referendar*innen ernstnehmen.

Die als Sondermaßnahme in Zeiten des Lehrer*innenmangels eingeführte Ausweitung des Unterrichtseinsatzes von Referendar*innen ist sofort zurück zunehmen. Damit könnten umgehend mehr Einstellungen vorgenommen werden.

 

Gleichzeitig bedarf es einer Reform der Bezüge für Referendar*innen. Diese bekommen nur einen Teil des Gehalts fest. Die Vergütung von regulärem Unterricht über die Abrechnung einzelner Stunden ist ungerecht und entlohnt die Arbeit nicht ausreichend.


Die sogenannte demographische Rendite muss im Bildungssystem verbleiben. Um die Klassengrößen zu senken und weitere pädagogische Fördermaßnahmen zu verwirklichen, muss sich der Rückgang der Schülerzahlen auf eine verbesserte Lehrer*innen-Schüler*innen-Relation auswirken. Auch so könnte die dramatische Anstellungssituation entschärft werden.

Das Entsetzen und die Frustration in den Seminaren sind groß. Die Einstellungschancen sind miserabel, in einzelnen Fächerkombinationen so gut wie nicht vorhanden. Der Hinweis auf die Prognosen des Kultusministeriums zu Einstellungen hilft im Zusammenhang der Einstellungsmisere nicht weiter. Zu oft hat es sich gezeigt, dass nach erfolgter Anwerbung Einstellungspläne wieder aufgegeben wurden oder der Lehrer*innenmangel die Staatsregierung überrascht hat.

 

Forderungen nach einer Beschränkung der Zulassung zum Referendariat weist die GEW Bayern zurück. Wenn junge Menschen eine Lehramtsausbildung mit dem Studium begonnen haben, dann sollen sie auch das Recht bekommen, diese abzuschließen; ebenso wie jede Bachelorstudentin das Recht auf ein Masterstudium bekommen muss!

 

 

 

V.i.S.d.P.: Elke Hahn, GEW Bayern, Schwanthalerstraße 64, 80336 München, Tel. 0171 676 00 00.

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