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Kitas sind Bildungsträger!

Kostenfreie Kindertagesstätten sind nötig und möglich, GEW Bayern fordert finanzielles Engagement des Staates ein

 

23.01.2006

Kindertagesstätten kommt eine entscheidende Bildungsfunktion zu. Nach Ansicht der GEW Bayern sind sie eigenständige Bildungseinrichtungen, die der Staat umfassend fördern muss. Will der Staat seinem Bildungsauftrag nachkommen, muss der komplette Besuch der Kita für Eltern kostenfrei sein.

In der Praxis wird hingegen die Schwelle zum Besuch von Kitas höher. Eltern mit geringem Einkommen können sich durch Preissteigerungen von bis zu 30% durch das neue Finanzierungsmodell keine oder eine nur unzureichende Betreuung leisten. In der Folge sinken nach dem jetzigen Finanzierungsprinzip die Einnahmen der Kitas. Das wiederum erzeugt Druck auf die Personalkosten und wirkt sich negativ auf die pädagogische Qualität aus.

Bayern muss sich stärker engagieren

Dies führt zu der absurden Situation, dass das neue Kinderbildungs- und Betreuungsgesetztes (KiBiG) in Bayern einerseits zu Recht hohe pädagogische Ansprüche setzt; andererseits aber die so genannte Deregulierung bei Raumgrößen und Gruppenstärken eine völlig unzureichende Personalausstattung ermöglicht, mit der diese Ansprüche nicht umgesetzt werden können.

Oskar Brückner, Vorsitzender der GEW Bayern: „Wenn der Freistaat Bayern seinen Bildungsauftrag so ernst nimmt, wie er es immer betont, muss er bei den Kitas ein vergleichbares finanzielles Engagement zeigen wie im Schulbereich. Um eine Sockelfinanzierung von zwei Fachkräften bei 30 Wochenstunden Öffnungszeit sicherzustellen, ist eine Verdoppelung der Haushaltsmittel von rund 500 Mio. € nötig. Dies wäre möglich, allein durch Umschichtung beim Landeserziehungsgeld ohne Mehraufwendungen für Kommunen und andere Träger.“

Gleiche Bildungschancen für alle durch kostenlose Kitas

Die GEW Bayern ist davon überzeugt, dass kostenloser Kita-Besuch ein wirksames Mittel wäre, im Bildungsbereich die Chancenungleichheit aufgrund der sozialen Herkunft zu verringern. Wichtig ist, damit bereits im ersten, nicht erst im letzten Kindergartenjahr, zu beginnen. Alle Kinder – besonders solche aus Migrantenfamilien und Kinder mit besonderem Förderbedarf – brauchen drei Jahre Kindergartenzeit, um ohne Leistungsdruck zu lernen und sich zu entwickeln.

Oskar Brückner: „Wir unterstützen deshalb die Forderung nach kostenlosen Kitas, denn die frühzeitige Bildung und Betreuung von Kindern ist ein Grundrecht und darf sich nicht nach dem Geldbeutel der Eltern richten.“


Pressekontakt: Wolfram Bundesmann 089 544 081 0 info(at)bayern.gew(dot)de

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