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Herbstakademie 2019Gewerkschaftliche Anforderungen an die Nationale Weiterbildungsstrategie

Unter dem Motto "Gute Arbeit in der Erwachsenenbildung – Gewerkschaftliche Anforderungen an die Nationale Weiterbildungsstrategie" veranstaltet der Organisationsbereich Berufliche Bildung und Weiterbildung des GEW Hauptvorstands zusammen mit der Goethe-Universität Frankfurt und der Justus-Liebig-Universität Gießen die Herbstakademie 2019. Unsere Forderungen dazu werden von Donnerstag, 24. Oktober, bis Freitag, 25. Oktober, auf dem Campus Westend in Frankfurt am Main diskutiert.

14.08.2019

„… mit der Nationalen Weiterbildungsstrategie legen Bund, Länder, Wirtschaft, Gewerkschaften und die Bundesagentur für Arbeit gemeinsam den Grundstein für eine neue Weiterbildungskultur. Damit gibt es zum ersten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland eine nationale Weiterbildungsstrategie…“, so die Pressemitteilung eines der beiden federführenden Bundesministerien anlässlich der Verkündigung des zuvor konsensual erarbeiteten Strategiepapiers Mitte Juni 2019. Genauere Anforderungen skizziert der zwischen CDU, CSU und SPD vereinbarte Koalitionsvertrag 2018: „Mit dem Ziel, breiten Bevölkerungsteilen einen beruflichen Aufstieg zu erleichtern, die Fachkräftebasis zu stärken und die Beschäftigungsfähigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt nachhaltig zu fördern, wollen wir gemeinsam mit den Sozialpartnern und in enger Abstimmung mit den Ländern (und allen anderen Akteuren) eine Nationale Weiterbildungsstrategie entwickeln. Ein Ziel ist, alle Weiterbildungsprogramme des Bundes und der Länder zu bündeln, sie entlang der Bedarfe der Beschäftigten und der Unternehmen auszurichten und eine neue Weiterbildungskultur zu etablieren. Über die Bundesagentur für Arbeit erhalten alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein Recht auf Weiterbildungsberatung.“
Es fehlen aber nach wie vor institutionelle, finanzielle, zeitliche und organisatorische Voraussetzungen dafür, die Arbeit in der Weiterbildung selbst gut zu gestalten, damit lebensbegleitendes Lernen zum selbstverständlichen und kalkulierbaren Teil der Biografie – nicht nur der Berufsbiographie – aller Menschen werden kann. Besonders der Bereich der staatlich organisierten und finanzierten Erwachsenen­ und Weiterbildung ist durch chronische Unterfinanzierung geprägt, die befristete, prekäre und atypische Beschäftigungsverhältnisse hervorbringt.
Im Rahmen der Herbstakademie 2019, die in diesem Jahr gemeinsam mit der Goethe­-Universität Frankfurt am Main sowie der Justus-­Liebig­-Universität Gießen in den Räumlichkeiten der Goethe-Universität stattfindet, wollen wir die Anforderungen an die Weiterbildungsstrategie aus gewerkschaftlicher Sicht beleuchten und mögliche Perspektiven aus Sicht der Erwachsenenbildungswissenschaft in Richtung einer neuen „Weiterbildungskultur“ aufgreifen. Hierzu bedarf es gemeinsamer Strategien zur Stärkung der Profession in der Erwachsenen­ bzw. Weiterbildung ebenso wie einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen.

Ansgar Klinger
Leiter des Organisationsbereichs Berufliche Bildung und Weiterbildung im Geschäftsführenden Vorstand der GEW

 

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