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GEW: „96,37 Prozent der Mitglieder für unbefristete Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst“

Pressemitteilung des GEW Hauptvorstandes vom 06. Mai 2015

06.05.2015

6. Mai 2015

 

GEW: „96,37 Prozent der Mitglieder für unbefristete Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst“

Bildungsgewerkschaft nach Urabstimmung: Streiks beginnen am Freitag mit bundesweitem Signal 

 Frankfurt a.M. – Für unbefristete Streiks haben 96,37 Prozent der Mitglieder der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) im Bereich Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) gestimmt. Ab Freitag beginnen die Streiks mit einem bundesweiten Signal und werden zunächst dauerhaft fortgesetzt. Die Einrichtungen werden Schritt für Schritt in die Streiks einbezogen. Das teilte die GEW nach der Urabstimmung am Mittwoch in Frankfurt a.M. mit.

„Das deutliche Votum der Mitglieder ist eine klare Ansage an die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA): ‚Wir sind bereit, für eine bessere Bezahlung zu kämpfen und die Blockadehaltung der Arbeitgeber zu brechen.‘ Die Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst müssen endlich kräftig aufgewertet und die Kolleginnen und Kollegen besser eingruppiert werden“, betonte Andreas Gehrke, für Tarifpolitik verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied. Er machte noch einmal deutlich, dass die gesellschaftlichen Erwartungen an das gesamte SuE-Berufsfeld in den vergangenen Jahren enorm gewachsen seien. Damit seien auch die Anforderungen an Qualifikation und Arbeit der Beschäftigten in den Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen gestiegen. „Diese Entwicklung muss sich endlich in einer deutlich besseren Eingruppierung der Beschäftigten widerspiegeln“, sagte Gehrke.

„Gute Bildung braucht gute Arbeitsbedingungen. Das ist im Interesse der Kinder und Eltern. Wer qualitativ hochwertige Arbeit leistet wie die Erzieherinnen, muss auch gut bezahlt werden“, unterstrich der GEW-Tarifexperte. „Das sehen die Arbeitgeber anders: In den Kitas, in denen zu mehr als 95 Prozent Frauen arbeiten, wollen sie die Erzieherinnen mit einem – auch gemessen an der fachlichen Ausbildung – viel zu geringen Gehalt abspeisen. Sie bedienen Rollenklischees und nutzen die Frauen finanziell aus. Doch das lassen sich die Erzieherinnen nicht bieten!“

Gehrke machte deutlich, dass auf alle eine harte Tarifauseinandersetzung zukomme. „Ich bitte die Eltern um Verständnis, dass die Beschäftigten jetzt auch zum Mittel des Streiks greifen, um ihre legitimen Interessen durchzusetzen. Gleichzeitig appelliere ich an die Eltern: Wenden Sie sich an Ihre Landräte, Oberbürgermeister und Bürgermeister, damit diese sich für die längst überfällige Aufwertung der SuE-Berufe einsetzen“, sagte Gehrke.

 

Info: Auch die ver.di-Mitglieder haben in einer Urabstimmung mit 93,44 Prozent für unbefristete Streiks im Sozial- und Erziehungsdienst gestimmt. Mit diesem Votum haben beide Gewerkschaften das erforderliche Quorum von 75 Prozent deutlich übertroffen, damit ist die Entscheidung für unbefristete Streiks gefallen.

Die Forderungen der Gewerkschaften haben ein Gesamtvolumen, nach dem die Gehälter der Beschäftigten im Durchschnitt um zehn Prozent steigen. Die Gewerkschaften wollen die Beschäftigtengruppen in der SuE-Gehaltstabelle höher einzugruppieren.

Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes hatten mit der VKA seit Ende Februar über den Eingruppierungstarifvertrag für die kommunalen Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst verhandelt. Sie hatten die Entgeltordnung (EGO) für den SuE-Bereich zum Jahreswechsel 2014/15 gekündigt. Nachdem fünf Verhandlungsrunden ergebnislos geblieben waren, hatten die Gewerkschaftsgremien die Verhandlungen Ende April für gescheitert erklärt und die Urabstimmung der Mitglieder eingeleitet.

Alle aktuellen Infos zur Tarifrunde finden Sie auf der GEW-Website unter: http://gew.de/Entgeltordnung_Sozial-_und_Erziehungsdienst.html.

Für weitere Informationen stehen Ihnen auch Norbert Hocke, für Jugendhilfe und Sozialarbeit verantwortliches GEW-Vorstandsmitglied, unter 0171/3053492 sowie Pressesprecher Ulf Rödde unter 0160/90557232 gerne zur Verfügung.

  

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GEW-Hauptvorstand

Ulf Rödde

Pressesprecher und

Redaktionsleiter „Erziehung und Wissenschaft“

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