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DGB fordert ein neues G9 für Bayern

Jena: „Wir erwarten, dass die Staatsregierung sich endlich vom gescheiterten G8 verabschiedet.“

Der DGB Bayern fordert die Abkehr vom G8 und ein grundlegend erneuertes neunjähriges Gymnasium. Die Staatsregierung muss endlich einen entsprechenden Gesetzentwurf vorlegen.

21.02.2017 - red.

Dazu erklärt der Vorsitzende des DGB Bayern, Matthias Jena: „G8 in Bayern ist gescheitert. Es rächt sich, dass die Staatsregierung übereilt der Forderung der bayerischen Arbeitgeber nach jüngeren Schulabsolventen nachgekommen ist. Nach der hastigen Einführung weisen Lehrer, Eltern, Schüler und Bildungsexperten zu Recht auf hohe Belastung und zunehmende Überforderung hin. Wenn junge Menschen schon ausgebrannt in ihr Studien- und Berufsleben starten, stimmt an den bayerischen Schulen etwas nicht.

Der DGB spricht sich ausdrücklich gegen einen Parallelbetrieb von G8 und G9 an den Schulen aus. Ein neues Bildungschaos wäre so schon vorprogrammiert. Das Kultusministerium muss einen einheitlichen Reformvorschlag für alle Schulen in Bayern vorlegen.
Eine reine Verlängerung der Schulzeit greift aber zu kurz. Es ist höchste Zeit für eine echte pädagogische Reform des Gymnasiums. Ein neues G9 muss mit einer Überarbeitung der Lehrpläne und einer besseren personellen und baulichen Ausstattung der Schulen einhergehen. Lehrmaterialien sind stellenweise so veraltet, dass Lehrer auf Material der Bayerischen Wirtschaft zurückgreifen müssen. So kann der öffentliche Bildungsauftrag der Schulen nicht erfüllt werden.
Das bayerische Bildungssystem ist nach wie vor hochselektiv. Für eine gerechtere Bildungspolitik braucht es einen grundlegenden Kurswechsel. Wir brauchen längeres gemeinsames Lernen bis zur Klassenstufe 10, einen flächendeckenden Ausbau von Ganztagsschulen und eine qualitativ hochwertige frühkindliche Bildung. Dafür muss der Freistaat mehr Geld bereitstellen.“

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