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DDS April 2017 - Editorial

01.04.2017 - Dorothea Weniger

Digitalisierung 4.0 – Die Umwälzungen der Gesellschaft, die mit dem Einzug der zunehmenden Digitalisierung einhergehen werden, werden oft als 4. industrielle Revolution bezeichnet: Kein Lebensbereich wird unberührt bleiben. Doch der Fokus des öffentlichen Diskurses liegt in gewohnter Manier vor allem auf dem Schlagwort »Wirtschaft 4.0«. Dem Ökonomischen wird auch die Bildung untergeordnet. Ein ideologisch verengter Blick, der den Verwertbarkeitsprioritäten entspringt.

Im Gegensatz dazu fordern wir als Bildungsgewerkschaft u. a. eine Antwort auf die Frage: Wie sollen pädagogische Fachkräfte dem Anspruch an Bildung 4.0 gerecht werden, wenn die meisten Bildungseinrichtungen, Fachakademien, Hochschulen und Universitäten frei von digitaler Pädagogik sind und die politisch Verantwortlichen die notwendigen finanziellen und personellen Aufstockungen verweigern?

Mit der rasanten Digitalisierung erhöht sich auch die Gefahr, dass sich die Gesellschaft weiter spaltet. Deshalb fordern wir einen substanziellen und nachhaltigen Ausbau der politischen Bildung – auch in der Weiterbildung –, um die Demokratie zu stärken. Darüber hinaus wissen wir, dass bezüglich der Neuordnung der Berufsbilder auch die der Pädagog*innen zur Diskussion stehen. Anträge auf dem Gewerkschaftstag der GEW im Mai werden sich auch damit befassen. Den Antrag des Hauptvorstandes zur »Bildung in der digitalen Welt« stellen wir u. a. in dieser Ausgabe vor.

Arbeit 4.0 steht für die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt: die Gefährdung der Arbeitsplätze, der Mitbestimmung, die Auflösung der Trennung von Arbeit und freier Zeit u. v. m. Es braucht starke Gewerkschaften, um hier gegenhalten zu können. Ein Grund mehr, am 1. Mai auf die Straße zu gehen.

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