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Mitgliederzeitschrift "Die Demokratische Schule" DDSCovid-19: Gesundheitsschutz muss Priorität haben

Neben der Covid-19 Pandemie widmet sich die Ausgabe der Mai-DDS dem Schwerpunkt der Erzieher*innenausbildung.

11.05.2020

Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen und heilpädagogische Tagesstätten bleiben mit Stand Mitte April in Bayern weiter geschlossen. Lediglich eine Notbetreuung, die wohl erweitert werden soll, findet statt.
Die Schulen beginnen mit Erscheinen dieser DDS damit, nach und nach Schüler*innen einzelner Jahrgangsstufen wieder in die Schule zurückzuholen, nachdem die Abschlussklassen schon am 27. April mit den Prüfungsvorbereitungen begonnen haben. Bis zum 11. Mai soll es dann auch ein Gesundheits- und Infektionsschutzkonzept für Lehrkräfte und Schüler*innen geben. Kultusminister Piazolo ist zusammen mit Gesundheitsministerin Huml und Verkehrsministerin Schreyer damit betraut, dieses auf die Beine stellen. Warum das nicht schon in den Wochen seit der Schließung der Bildungseinrichtungen angegangen
wurde, bleibt das Geheimnis der genannten Ministerien.
Woran es in Bezug auf Gesundheitsschutz mangelt, wissen die GEW und die Schulfamilien schon lange: Seife, Desinfektionsmittel, Papierhandtücher sowie in der aktuellen Lage Schutzmasken und von Fall zu Fall Schutzbekleidung – in den meisten Schulen gibt es weder das eine noch das andere. Über die Materialbeschaffung hinaus müssen Schulgebäude künftig gründlicher und in einem häufigeren Turnus gereinigt werden, ohne dass dabei der Zeitdruck auf die Reinigungskräfte steigt.
Zu guter Letzt müssen Betriebsärzt*innen und zusätzliche Fachkräfte für Arbeitssicherheit eingestellt werden, um endlich das Arbeitsschutzgesetz (gültig seit 1996) und das Arbeitssicherheitsgesetz (gültig seit 1973) rechtskonform umzusetzen. Sie werden gerade jetzt gebraucht; von der GEW gefordert werden sie seit Jahren.
Kontraproduktiv, ja zynisch nimmt sich angesichts all dessen das Schreiben von Piazolo aus, das er in der Karwoche an Lehrkräfte im Ruhestand schickte. Darin bittet er Menschen aus einer Risikogruppe, in Zeiten von Corona an die Schulen zurückzukehren, um die Unterrichtsversorgung zu gewährleisten.
Dorothea Weniger

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