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BiFi SMS – Kurznachrichten 2010-02 – BiFi SMS – Kurznachrichten – BiFi SMS

Inhalt:

1. Neue Ausgabe Transparent – Hürden für faire Bildungschancen in Deutschland. Wer kommt ans Ziel?

2. Unterrichtsmaterial von WEED und GEW – Finanzkrise und Entwicklungsländer

3. Traumjob Erzieherin? – Studie der GEW

4. Die „Fünf Weisen“ publizieren – und prognostizieren den Aufschwung

5. Schuldenbremse ist Bildungsbremse – und gefährdet die Gestaltungsfähigkeit unserer Zukunft

6. Neuerscheinung – „An den Grundpfeilern unserer Zukunft sägen“

7. Freie Träger bangen um ihre Schulen – Änderungen in der Privatschulfinanzierung?

8. Am Rande: Neue Hochschule – Deutschlands teuerstes Studium

09.12.2010

1. Neue Ausgabe Transparent – Hürden für faire Bildungschancen in Deutschland. Wer kommt ans Ziel?
 
Zu kleine Klassenräume, marode Schulgebäude, überlastete Lehrerinnen und Lehrer und gestresste Schülerinnen und Schüler – das Bildungssystem in Deutschland weist eine Reihe von Missständen auf. Auch internationale Vergleiche der letzten Jahre haben offen gelegt, dass das deutsche Bildungssystem viele offene Baustellen hat – und keine davon so gewaltig ist wie die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft. In keinem anderen Land sind die Chancen so schlecht, beim Durchlaufen der Bildungsstufen einen sozialen Aufstieg zu schaffen.
 
Die neue Ausgabe von „Transparent“ beschreibt ausführlich die „Hürden für faire Bildungschancen in Deutschland“.(Eine gedruckte Ausgabe ist in Vorbereitung.)
Zusätzlich ist eine Powerpointpräsentation zum Thema verfügbar.
 
Transparent: http://www.gew.de/Binaries/Binary66923/transparent_110.pdf
Powerpointpräsentation: http://www.gew.de/Binaries/Binary68273/Transparent%201.10.ppt
 
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2. Unterrichtsmaterial von WEED und GEW – Finanzkrise und Entwicklungsländer
 
„Sie zahlen für unsere Krise – Folgen der Finanzkrise für die Länder der ‚Dritten Welt’“
 
WEED hat Unterrichtsmaterial (35 Seiten) für die Oberstufe publiziert. Es enthält Seiten für Lehrerinnen und Lehrer mit Kompetenzraster, Factsheets und Vorschlägen für das unterrichtliche Vorgehen, sowie Seiten für Schülerinnen und Schüler mit Kompetenzen-Selbsttest, Recherche-Hinweisen, Medienliste, Zahlenspielen, Schaubildern und Fotos.
Das Material basiert methodisch auf dem „Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung“ der Kultusministerkonferenz und des BMZ.
Es ist eine Gemeinschaftsproduktion von WEED mit Brot für die Welt, GEW und Welthaus Bielefeld.
 
http://www2.weed-online.org/uploads/unterrichtsmaterial_finanzkrise_entwicklungslaender_final.pdf
 
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3. Traumjob Erzieherin? – Studie der GEW
 
Vom „Traumjob Erzieherin“ kann noch keine Rede sein. Laut der GEW-Studie haben nur 50 Prozent der Erzieherinnen und 30 Prozent der Kinderpfleger eine Vollzeitstelle. Insbesondere Nachwuchskräfte erhalten zudem lediglich befristete Stellen: Lediglich 49 Prozent der Fachkräfte unter 25 Jahren sind unbefristet eingestellt. Fast 20 Prozent der Berufsanfänger sind armutsgefährdet: Sie verdienen weniger als 786 Euro netto. Acht Prozent der Kinderpflegerinnen erhalten zu ihrem Verdienst Hartz IV.
 
GEW-Mitteilung: http://www.gew.de/GEW_Traumjob_Erzieherin_soll_Zukunftsberuf_werden.html
Die Studie: http://www.gew.de/Binaries/Binary69949/WEB%20Mikrozensus.pdf
 
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4. Die „Fünf Weisen“ publizieren – und prognostizieren den Aufschwung
 
Der Sachverständigenrat (Die „Fünf Weisen“) hat in seinem Jahresgutachten „Chancen für einen stabilen Aufschwung“ identifiziert. Demnach würde sich die wirtschaftliche Lage in diesem und im nächsten Jahr massiv verbessern und in einen stabilen, wenn auch flachen, Wachstumspfad einmünden.
In einer exzellenten Stellungnahme unter dem Titel „Phönix aus der Asche“ kritisiert die wirtschaftspolitische Abteilung von Ver.di die Analyse der „Wirtschaftsweisen“.
 
http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/
http://wipo.verdi.de/wirtschaftspolitische_informationen/data/Wirtschaftspolitische-Informationen-3-2010.pdf
 
 
Anmerkung: Dass nach den Empfehlungen Empfehlungen der „Wirtschaftsweisen“ der Bildungsbereich ausgebaut werden soll, ist zu begrüßen – auch wenn die SVR-Mehrheit offen lässt, wie die geforderten zusätzlichen Bildungsausgaben angesichts der ebenfalls geforderten Haushaltskonsolidierung zu finanzieren seien. In einer Minderheitenmeinung empfiehlt das SVR-Mitglied Peter Bofinger einen zunächst schuldenfinanzierten Ausbau der Bildung.
 
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5. Schuldenbremse ist Bildungsbremse – und gefährdet die Gestaltungsfähigkeit unserer Zukunft
 
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat davor gewarnt, dass mit der „Schuldenbremse die Bildung ausgebremst wird“. Dieses finanzpolitische Instrument schränke die Gestaltungsfähigkeit der gesellschaftlichen Entwicklung massiv ein. „Die Schuldenbremse wird kommenden Generationen auf die Füße fallen. Das weitgehende Verbot, neue Kredite aufzunehmen, lädt die Regierungen in Bund und Ländern zu weiteren Kürzungen bei Infrastruktur und Qualität von Bildung ein. Ausgaben für Kitas, Schulen, Hochschulen und Volkshochschulen sind jedoch Zukunftsinvestitionen, von denen künftige Generationen profitieren“, sagte GEW-Vorsitzender Ulrich Thöne.
 
http://www.gew.de/GEW_Schuldenbremse_bremst_Bildung_aus.html
 
Der folgende Flyer kann auch beim Hauptvorstand der GEW angefordert werden:
http://www.gew.de/Binaries/Binary67213/Flugi_A3_web.pdf
 
 
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6. Neuerscheinung – „An den Grundpfeilern unserer Zukunft sägen“
 
Im von Kai Eicker-Wolf und Ulrich Thöne herausgegebenen Sammelband „An den Grundpfeilern unserer Zukunft sägen. Bildungsausgaben, öffentliche Haushalte und Schuldenbremse“ werden wesentliche Themen der Bildungsfinanzierung behandelt:
·       Achim Truger: Steuersenkungen, Schuldenbremse und Konjunkturrisiken – Welche Spielräume bleiben für den Staat?
·       Kai Eicker-Wolf: Sparen und Kürzen als langjähriges haushaltspolitisches Leitmotiv – das Beispiel Hessen
·       Roman Jaich: Welcher Finanzierungsbedarf besteht für das deutsche Bildungssystem – Reichen zehn Prozent des BIP für Bildung und Forschung aus?
·       Cornelia Heintze: Unterdurchschnittliche Performanz und unterdurchschnittliche öffentliche Bildungsausgaben – Deutschland im OECD-Vergleich
·      Gunter Quaißer/Tobias Kaphegyi: Privatisierung von Bildung – Ursprung, Besonderheiten, Erscheinungsformen
 
Marburg, Metropolis-Verlag, 2010. ISBN 978-3-89518-816-9, 200 Seiten, 22,80 Euro
 
http://www.metropolis-verlag.de/An-den-Grundpfeilern-unserer-Zukunft-saegen/816/book.do;jsessionid=A958F96339219CD6FA74FF94D92B8E58
 
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7. Freie Träger bangen um ihre Schulen – Änderungen in der Privatschulfinanzierung?
 
Privatschulen werden in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zu etwa 82 Prozent vom Staat finanziert. Das variiert von Bundesland zu Bundesland. In ganz Deutschland ist die Anzahl der Privatschulen von 1992 bis heute um rund 61 Prozent auf etwa 5.200 Schulen (mit 945.000 Schülerinnen und Schülern) gestiegen. Während in Westdeutschland der Zuwachs 26 Prozent beträgt, hat sich der Bestand der Privatschulen in Ostdeutschland in dieser Zeit verfünffacht. Eine Ursache liegt hier im geringen Bestand 1992. Aber auch als in Ostdeutschland die Gesamtzahl der Schulen verringert wurde, erhöhte sich die Anzahl der Privatschulen weiter.
Die Financial Times Deutschland berichtete jetzt, dass in manchen Ländern umgesteuert werden soll. So sollen die Privatschulen teilweise geringer bezuschusst werden oder strengeren Kontrollen unterliegen.
 
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:privatschulen-freie-traeger-bangen-um-ihre-schulen/50185395.html?page=2
 
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8. Am Rande: Neue Hochschule – Deutschlands teuerstes Studium
 
Zwei Millionen Euro Anschubfinanzierung aus öffentlichen Geldern für lediglich fünf Studenten: Die Fachhochschule in Pulheim bietet das wohl kostspieligste Studium – zumindest für den Staat.
 
Quelle: Financial Times Deutschland
http://www.ftd.de/politik/deutschland/:uni-neugruendung-deutschlands-teuerstes-studium/50196113.html
 
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Zusammengestellt von Gunter Quaißer am 24. November 2010
 
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