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Zwischen Standesverband und gewerkschaftlichen ForderungenBericht von der Landesdelegiertenversammlung des BLLV

Der Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Bayern, Anton Salzbrunn war Gast der Landesdelegiertenversammlung des BLLV Ende Mai in Würzburg.

11.06.2019 - Anton Salzbrunn

Bereits kurz nach der Eröffnung der Landesdelegiertenversammlung des BLLV wurde über den Weg einer Kunstperformance versucht, einen Perspektivwechsel zu initiieren. Die gehaltenen Reden lenkten dann auch den Fokus auf eine andere Schulpolitik verbunden mit besseren Arbeitsbedingungen. Letzteres spielte für die Delegierten eine wichtige Rolle. Dies verdeutlichten die Videoeinspielungen von Lehrkräften, in denen diese auf ihre berufliche Situation eingingen. Auch die Reaktionen auf die Rede von Kultusminister Piazolo (Freie Wähler) sowie die Talkrunde mit den Vertreter*innen der Landtagsparteien, zu der offensichtlich kein*e AfD-Vertreter*in geladen war, drückten dies aus. Die Tarif- und Besoldungspolitik wurde dabei jedoch vollständig ausgespart.

So blieb es dem Kultusminister bei seiner Rede vorbehalten, das Thema „gleiche Bezahlung von Lehrkräften“ anzusprechen. Er meinte, es sollten Wege für die Angleichung gefunden werden. Damit zeigt die GEW-Kampagne JA 13 auch bei ihm langsam Wirkung, nachdem nun mit Thüringen und Bremen die nächsten Bundesländer die Forderungen umsetzen werden. Die wiedergewählte Präsidentin Simone Fleischmann sprach in ihrer Rede davon, dass das Thema Arbeitsbedingungen für die Kolleg*innen des BLLV von elementarer Bedeutung ist. Leider vermied auch sie es, Forderungen zur Besoldung und Tarifpolitik anzusprechen. Somit blieb der eingangs mit großem Aufwand eingeforderte Perspektivwechsel doch etwas auf der Strecke. Damit wurde auch hier wieder der Unterschied zwischen einem Berufsverband und einer Gewerkschaft deutlich. Dennoch waren bei den Themen Schulpolitik, Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen und einer Verringerung der Arbeitsbelastung eine inhaltliche Nähe zu Positionen der GEW erkennbar.

Als Vertreter der GEW sprach ich Kollegin Fleischmann nach einem fast einstimmigen Votum die Glückwünsche der GEW Bayern aus und verband dies mit dem Wunsch nach einem gemeinsamen Gespräch. Die BLLV-Antragsberatung konnte ich leider nicht mehr verfolgen. Mit den Treffen der Tarifkommission L-EGO Kommunale Schulen sowie der Landestarifkommission standen für die GEW grundlegende gewerkschaftliche Termine an.

von Anton Salzbrunn

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