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Digitalisierung im Schulsystem Aufruf zur Beteiligung und Unterstützung der bundesweiten Studie

Neben der Corona-Pandemie und der Umsetzung der jeweiligen Hygienekonzepte beschäftigt derzeit kein anderes Thema die Schulen bundesweit so sehr wie die Umsetzung der Digitalisierung im Schulsystem.

15.11.2020

Beides steht sogar in einem Zusammenhang, haben sich doch Lockdown, Homeschooling und eingeschränkter Regelbetrieb bereits als umfassende Treiber der Digitalisierung erwiesen. Was können wir aus diesem unfreiwilligen „Feldversuch“ für eine humane Gestaltung digitaler Arbeitsformen im Schulsystem lernen? Viele Lehrkräfte haben sich ohne langes Überlegen und ohne Vorbereitung auf die neuen Herausforderungen eingelassen. Welche neuen Möglichkeiten der digitalen Kommunikation und Zusammenarbeit haben sich bewährt, welche nicht? Welche Entwicklungs- und Gestaltungsbedarfe gibt es?

Auftrag und Zielsetzung der Lehrkräftebefragung

Im Auftrag der Max-Traeger-Stiftung und mit Unterstützung des GEW-Hauptvorstands führt die Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften der Georg-August-Universität Göttingen in den kommenden Monaten eine Studie zum Stand der Digitalisierung im Schulsystem mit Schwerpunkt auf den Erfahrungen und Erwartungen der beteiligten Lehrkräfte durch. Damit soll eine einseitige Diskussion ausbalanciert werden, denn im Vordergrund der öffentlichen Diskussion um die Gestaltung der Digitalisierung im Bildungsbereich stehen die Vor- und Nachteile von Digitalisierung für Schülerinnen und Schüler, welche Kompetenzen dazu notwendig sind und welche Ressourcenausstattung dafür zielführend ist.

In dem anlaufenden Projekt liegt der Schwerpunkt auf den Herausforderungen für die Lehrkräfte und die Auswirkungen der Digitalisierung auf ihre Arbeitsbedingungen. Was sind ihre Erfahrungen, was ihre Erwartungen? Welche Chancen und Risiken kommen auf Lehrkräfte zu durch kollaborative Plattformen und digitale Kooperationsformen, durch die Omnipräsenz digitaler sozialer Medien in einem heute schon unter Entgrenzung leidenden Berufsstand (digitaler Stress)? Welche arbeitspolitischen Herausforderungen bringt die zunehmende Digitalisierung des Arbeitsplatz Schule für die Arbeitszeit und die Arbeitsbelastung von Lehrkräften mit sich?

Die Ergebnisse der Studie sollen bis zum Gewerkschaftstag 2021 in Leipzig vorliegen, um dort in die Beratungen eingehen zu können.

Aufforderung zur Unterstützung der Lehrkräftebefragung in den Ländern

Angestrebt wird ein repräsentatives Schulsample möglichst bestehend aus allen Bundesländern. Dazu müssen schulformspezifisch 2% bis 3% der Lehrkräfte eines Bundeslandes, eine repräsentative Verteilung der Schulen nach relevanten Merkmalen (Region, Schulform, Größe der Schule) und um dem etwaigen Vorwurf einer rein GEW-internen Mitgliederbefragung zu begegnen, eine jeweils mindestens 30%ige Kollegiumsbeteiligung erreicht werden. Bundesweit entspricht dies ca. 5.400 bis 8.100 Lehrkräften an ca. 372 bis 528 Schulen. Die Lehrkräfte sollen zu diesem wichtigen Thema für eine einmalige Beteiligung an einem Onlinefragebogen (ca. 40 Min.) gewonnen werden.

Da die Vielfalt der Schulformen aufgrund der länderspezifischen Regelungen einen Kostentreiber darstellt und auch methodisch herausfordernd ist, konzentriert sich die Studie auf zwei Schulformen, bei denen das Digitalisierungsthema eine hohe Bedeutung hat und die gleichzeitig in der Bundesrepublik vergleichbar sind - auf Gymnasien und Gesamtschulen (alle Formen (!) und auch den Gesamtschulen vergleichbare Schulformen – gemeint sind allgemeinbildende Schulen mit mehreren Bildungsgängen, die für die Oberstufe qualifizieren. Sie werden in den Bundesländern sehr unterschiedlich z.B. als Gemeinschafts-, Stadtteil-, Ober- oder Mittelschulen etc. geführt).

Datenschutz

Alle Daten im Rahmen der Befragung werden streng vertraulich behandelt, sie werden in pseudonymisierter Form ausgewertet und im Sinne der geltenden Datenschutzbestimmungen nach der DSGVO und BDSG verarbeitet.

Die Analyse der Daten findet auf IT-Systemen statt, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechend gesichert sind. Die Ergebnisse werden im Rahmen einer wissenschaftlichen Publikation derart veröffentlicht, dass anhand der veröffentlichten Informationen kein Bezug zu einzelnen Personen hergestellt werden kann.

Alle beteiligten Mitarbeiter*innen verpflichten sich auf die Vertraulichkeit im Umgang mit personenbezogenen Daten, Mitarbeiter*innen der Universität Göttingen sind dazu per Eid verpflichtet. Maßgeblich sind dabei die gesetzlichen Bestimmungen des europäischen und deutschen Datenschutzrechts. Daten, die beim Zugriff auf Onlinefragebögen protokolliert wurden, werden an Dritte nur übermittelt, soweit dazu eine gesetzliche oder durch Gerichtsentscheidung erlangte Verpflichtung besteht oder dies im Falle von Angriffen auf die Internetinfrastruktur zur Rechts- oder Strafverfolgung erforderlich ist. Eine Weitergabe von im Rahmen der Befragung erhaltenen personenbezogenen Daten an Dritte, zu kommerziellen oder nichtkommerziellen Zwecken, findet darüber hinaus nicht statt.

Link zur Datenschutzerklärung:

https://digitalisierung-studie.de/digitalisierung_schule/default/show_privacy_statement

Weitergehende Informationen zur Studie finden sich unter www.digitalisierung-studie.de