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Solidarität mit den Gewerkschaften in Peru! Protest gegen die Ausweisung des Gewerkschafters Orhan Akman!

07.05.2016

Solidaritätserklärung der Mitglieder im Landesausschuss der GEW Bayern vom 7. Mai 2016

Das ver.di- und GEW-Mitglied, Orhan Akman, ehemaliger Gewerkschaftssekretär im Bereich Handel bei ver.di Bayern und jetzt Sekretär der internationalen Dienstleistungsgewerkschaft UNI Américas, wurde wegen seiner aktiven Gewerkschaftsarbeit in Peru des Landes verwiesen und seine Wiedereinreise untersagt. UNI Global Union, der Zusammenschluss der Dienstleistungsgewerkschaften aus aller Welt mit 900 angeschlossenen Verbänden – unter ihnen die deutsche ver.di – und mehr als 20 Millionen Mitgliedern, verurteilte diesen Schritt der peruanischen Administration als Verletzung der individuellen und kollektiven Rechte Akmans und der Gewerkschaften.

Der gegenüber Orhan Akman konstruierte Vorwurf lautet: „Störung der öffentlichen Ordnung und des sozialen Friedens.“ Die Praktiken wie bspw. durch den Sicherheitschef von Cencosud gegenüber Orhan Akman, beweisen laut UNI, „… wie die Unternehmen Druck auf die Regierungen ausüben und die freie Ausübung des Rechts auf Demonstrationsfreiheit, internationale Solidarität und gewerkschaftliche Organisierung einschränken sowie diejenigen verfolgen, die die gewerkschaftlichen und Menschenrechte der Arbeiterinnen und Arbeiter verteidigen.

Gegen diese Praktiken und Angriffe protestieren wir, Mitglieder, Funktionärinnen und Funktionäre der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Landesverband Bayern ausdrücklich und schließen uns dem Protest von UNI Global Union an!

Wir fordern gemeinsam mit unseren Kolleginnen und Kollegen von ver.di und UNI: Die Ausweisungsverfügung gegen Orhan Akman muss sofort aufgehoben werden. Er muss wieder ohne Probleme nach Peru ein- und ausreisen dürfen und dort vor Ort seiner gewerkschaftlichen Arbeit nachgehen können.

Es darf nicht sein, dass Handelskonzerne - allen voran Cencosud – durch ihren Einfluss, auch auf Regierungen, Gewerkschaftsarbeit verhindern und demokratische Rechte mit den Füßen treten. Es darf nicht sein, dass Handelskonzerne die Durchsetzung von besseren Arbeits- und Lebensbedingungen für Beschäftigte verhindern!

Gerade in der Handelsbranche in Peru konnten in den letzten Jahren, auch Dank Orhan Akmans Arbeit, in den wichtigsten internationalen Handelskonzernen erstmals Gewerkschaften gegründet und gewerkschaftliche Arbeit aufgebaut werden. Gewerkschaftsaktivisten stehen kurz davor, die „Föderation der peruanischen Handelsgewerkschaften“ zu gründen. Das stößt auf massiven Widerstand der Konzerne, allen voran Cencosud, dem größten Handelskonzern in Lateinamerika.

Damit die Ausweisung von Orhan Akman und die Behinderung der Gewerkschaftsarbeit in Peru nicht Schule macht und zum Vorbild für andere Länder wird, müssen wir unsere peruanischen Kolleginnen und Kollegen und Orhan Akman unterstützen durch Beteiligung an Protestaktionen und Protestschreiben an den Staatspräsidenten Ollanta Humala!

V.i.S.d.P.: Elke Hahn, Geschäftsführerin der GEW Bayern, Schwanthalerstr. 64, 80336 München

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